Plötzlich tun die Füße weh. Nº 201 (2016)

Ultreïa! Tag 1-Y

 

Genau so ist es. Während bis auf dreieinhalb Dinge – Regenjacke (welche?), Topf (welcher?), Kocher (noch nicht geliefert), Wasser (1,5 l oder 1 l?) – die Packliste abgehakt ist und die anfängliche Verstauordnung feststeht, fängt der Körper an, auf den geistigen/seelischen Zustand zu reagieren. Plötzlich habe ich beim gehen Schmerzen im linken Mittelfuß und in der rechten Ferse. So reagiert der Körper auf die Ungewißheit und die Angst vorm Weg. Trotz aller Vorfreude, allen Elans und der Gewißheit, daß ich genau das Richtige zum genau richtigen Zeitpunkt unternehmen werde.

Natürlich gibt es gute Freunde, die mir Mut machen (das machen auch Menschen, die ich nur auf Twitter kenne oder als Leser meines Blogs) und mir den Hinweis geben, daß ich nicht nur den Weg, sondern auch die Angst in kleine Abschnitte aufteilen kann. Im Kopf und im Herz ist das alles klar! Mit den Wanderkarten kann ich auch recht gut Strecken planen, Etappenziele A, B und C für jeden Tag denken. Es ist mir auch klar, daß der Weg dann alles ganz anders werden lassen kann, daß ich dann alles ganz anders mache als in all meinen schönen Plänen, daß das Wetter scheußlich sein und mir jegliche Lust auf das Gehen nehmen kann. Egal, ich weiß darum und mache mir deswegen keine Sorgen!

Nur eben meine Füße, die zweifeln, denen ist das alles nicht geheuer. Und mir ist es nicht so geheuer, daß sie eben jetzt damit anfangen.

 

Ach. Gewaschen, Hornhaut geraspelt und Nägel gefeilt, mit Mob-dingsbums eingerieben und dann hochgelegt. Ein wenig Pflege extra kann nicht schaden. Vielleicht läßt sich mein Luxusbody mit den Käsemauken umstimmen dadurch. Jedenfalls wird das Bewußtsein über das Sein bestimmen, ganz im Sinne dessen, was ich früher gelernt habe. Und der Weg wird mir das bestätigen und das Gegenteil beweisen …

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs pilgert bald los und dankt für’s Lesen.

P.S.: Die Strecke am 18. Juli 2016: Vom Radio in der Innenstadt nach Hause, ziemlich langsam, doch zu Fuß.
 
Positiv waren das Mittagsschläfchen und die Pflege, die ich mir gönnte.
 
Tageskarte für 2016-07-19: Die Neun der Kelche.

© 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Advertisements

Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
Dieser Beitrag wurde unter #oekuweg, 2016, Erlebtes, One Post a Day abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Plötzlich tun die Füße weh. Nº 201 (2016)

  1. Gudrun schreibt:

    Eine Freundin sagt immer, dass man gut zu sich sein muss. Du warst gut zu deinen Füßen. Sie werden dich tragen auf deinem Weg. Ganz bestimmt.

    Gefällt mir

  2. Elvira schreibt:

    Vielleicht wollten die Füße nur ablenken? Die eine Pause verschaffen von all den wichtigen Fragen. Oder sie wollten einfach deine ungeteilte Aufmerksamkeit, Zeit nur für sie. Übrigens bekamen wir vor Jahren den Tipp, unsere Füße mit Hirschtalg auf lange Wanderungen vorzubereiten https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hirschtalg Hat geholfen!
    Liebe Grüße,
    Elvira

    Gefällt mir

  3. puzzleblume schreibt:

    Hm…. für Millionen Frauen ist das aufgrund der Schuhmode tägliche Realität, die sie ignorieren, weil sie es müssen – davon nehme ich mich nach Jahren büropflichtgemässer Damenschuhmode mit ihren Folgeschäden nicht aus. Insofern hat mich die Intensität in deinem Eintrag verblüfft, aber wenn es für dich wichtig ist, und dich seelisch beeinträchtigt, dann ist es sicherlich eine gute Massnahme, dich damit auseinanderzusetzen, ob du es als Seelensignal interpretierst, oder ob du nicht, wie ich aus den Einträgen der letzten Wochen zu entnehmen meinte, bereits jetzt ungewöhnlich viel mehr auf den Beinen bist, als vorher mal.

    Gefällt mir

    • Der Emil schreibt:

      Es stimmt, ich geh mehr zu Fuß. Um das Pensum langsam zu erhöhen … Damit keine Überforderung schon am ersten oder zweiten Tag zum k.o. führt …

      Schuhmode? Ich versteh das Mode-„Verhalten“ sowieso nicht …

      Gefällt 1 Person

  4. minibares schreibt:

    Deine Füße brauchten Pflege.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s