Nº 210 (2016): Meditatives Tun.

Ich höre die Frage: Wie kannst Du das …?

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Den beiden Auswanderern Herr Tschiep und Eh!Vieh! geht es blendend: Sie toben mit dem Schwarm, fressen und baden und fühlen sich wohl, sagt der Mensch, bei dem sie unterkamen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es gelogen ist. Also kann ich heute beginnen, das Vogelzubehör wegzuräumen. Und sowieso muß ich nochmal waschen, allgemein aufräumen, dies und das noch erledigen. Und bügeln.

Ich liebe es zu bügeln. Am Brett zu stehen, das Eisen zu schwingen, Stück für Stück das Gefühl sauberer Wäsche wie aus Kindertagen zu haben und an Oma zu denken und daran, wie sie mir Häkeln und Bügeln beigebracht hat. Irgendwann und irgendwo hatte ich sogar die Gelegenheit, mit einem uralten Eisen zu plätten, in das noch ein im Herd erhitzter Eisen- oder Stahlkeil eingelegt werden mußte. Und ich erinnere mich auch an die Zeiten vor dem Dampfbügeleisen, als ich ein feuchtes Stofftaschentuch zwischen Plätte und Wäsche legte. Bügeln, das ist entspannend für mich, fast meditativ. Fast alles geht von ganz alleine, da passieren keine Sachen, die ich nicht kenne, routiniert wird Stück un Stück fertig (wie auch beim Abwasch, bei dem ich aber üblicherweise vor mich herumzuschimpfen pflege).

Nach einer echten Bügelorgie, die bei mir nicht hektisch, sondern ruhig und genüßlich abläuft, fühle ich mich entspannt, beruhigt. Bügeln hilft mir auch, wenn ich wieder zu sehr ins Grübeln gerate. Und deshalb habe ich manchmal schon Wäsche aus dem Schrank genommen und sie einfach nochmal aufgebügelt.

Ach. Bügeln ist so schön altmodisch …

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 27. Juli 2016 war die neue Regenpellerine, ein Päckchen mit duftender handgemachter Seife, die guten Nachrichten von den Nymphensittschen, die leichte Abkühlung am Abend.
 
Tageskarte 2016-07-28: Die Vier der Kelche.

© 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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5 Antworten zu Nº 210 (2016): Meditatives Tun.

  1. eckstein schreibt:

    :) wie schön das ist. du wirst jetzt vermutlich massenhaft angebote bekommen, von menschen, die dir ihre wäsche bringen wollen. :D meine bekommst du nicht. die bügel ich selbst. aus eben jenen gründen, die du hier nennst. ;)
    beruhigend, dass es deinen beiden gefährten gut geht.

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  2. Elvira schreibt:

    Das haben wir definitiv nicht gemeinsam. Ich mag diese Bügeleien nicht, Bügel nur das allernötigste. Meine Arbeitsklamotten zum Beispiel. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich als junges Mädchen jobmäßig viel bügeln musste. Abwaschen und quilten sind meine Meditationsmomente.
    Liebe Grüße,
    Elvira

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  3. petra ulbrich schreibt:

    Ich bügele nicht gerne, aber wenn ich kontemplativ nachdenken muss, dann bügle ich sogar T-Shirt. Oder – wenn ich gar nicht denken will!

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  4. Sofasophia schreibt:

    Wann genau startest du? Jetzt wo du alles beisammen hast?
    Ich freu mich aufs Mitwandern!

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