Budyšin.

Ultreïa! Tag 3 – diesmal wirklich. Zwischenbericht.

 

Um halb acht war ich schon wach. Ich kochte Kaffee, frühstückte gemütlich allein in einem Haus, das durchaus als kleines Zweifamilienhaus gelten kann. Der Tag vorher und die Nacht gingen mir nocheinmal durch den Kopf. Vor allem das “Es ist genug, wenn es genug ist.”, welches mir ja gestern diese wunderbare Herberge bescherte. Dann war alles gepackt; und erstaunlicherweise konnte ich ohne nervösen Dünnpfiff einige Minuten vor zehn die Pilgerherberge im Alten Schulhaus zu Buchholz verlassen.

Das erste Ziel lag ein paar Meter abseits des Ökumenischen Pilgerweges. Ein Discounter in Weißenberg. Essen fassen: Brot und kalt Dazueßbares. Pfandflaschen loswerden. Von den mitgenommenen zwei Litern war einer schon verbraucht und wurde mir alsbald von einem Mann aufgefüllt, der im Vorgarten mit dem Schlauch seine Pflanzen wässerte. Ab da ging aber einiges schief. Ich verlor die Wegmarkierungen und ging schließlich abseits der offiziellen Route über Weicha (dort gibt es den Weichaer Hof, aus dem es verführerisch duftete) nach Gröditz, ließ aber die “für Fahrräder ungeeignete” Gröditzer Skala aus und kehrte erst nach ihr auf den ökumenischen Pilgerweg zurück.

Dem folgte ich dann wieder bis Drehsa, wo ich geplant abbog und zur Pilgerherberge Kumschütz ging, die mein heute geplantes Ziel war. Allerdings … Es war mir zu früh zum herbergen und meine Füße fühlten sich gut. Also ging ich, nachdem ich wieder meine Wasservorräte aufgefrischt hatte, weiter. Und dann saß ich in Baschütz auf dem “Kriegerdenkmal”, stellte fest, daß die Twitter-Standortangaben nicht stimmen und hatte die Wahl: Auf dem offiziellen Pilgerweg etwa 2 km zurückgehen zur Herberge Kubschütz, oder 4 km bis zur Stadtgrenze Bautzen dackeln …

Am Ortseingangsschild der Stadt waren real 25 km gegangen. Kurz danach begann es zu regnen und ich fuhr mit dem Bus in die Stadt. Aber: Pilgerherbergen voll belegt oder nicht erreichbar. Die angegebene Vermittlungsstelle, der Ökumenische Domladen und besonders seine freundliche und redegewandte Mitarbeiterin, waren anderthalb Kilometer vom Busbahnhof entfert. Dort wurde mir in recht kurzer Zeit ein Quartier vermittelt, das ich nocheinmal 1800 m weiter für heute Abend/Nacht bezog.

28 km mit 5 Litern Wasser. Wow. Geschafft.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs pilgert weiter und dankt für’s Lesen.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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6 Antworten zu Budyšin.

  1. Sofasophia schreibt:

    Wirklich wirklich. Wow. Ich ziehe meinen Hut vor deiner Ausdauer. Und wenn es sich gut anfühlt, dann ist es auch gut.
    Kein Muskelkater? Keine Blasen?
    Oder selbst wenn mit … Wow. Nicht (nur) vor der Leistung, sondern vor allem von deiner Gelassenheit, die mir zwischen den Zeilen entgegenkommt.

    Hast du eigentlich hin und wieder Mitpilgernde? Wie fühlt sich das Alleinewandern an und wie sehen die Wege aus?

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  2. Gratuliere!
    …. ein gutes Gefühl …
    Segen!
    M.M.

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