Nº 223 (2016): Trippelschritte.

Betrachtung des Ganges

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Neeeeeeiiiiiin! Damit meine ich nicht den Fluß, sondern wirklich nur meine Art und Weise zu gehen.

 

Wißt ihr genau, wie ihr geht?

Ich wußte es nicht, jedenfalls nicht genau genug. Ich gehe eben, bis vor einer Woche eher wenig zu Fuß. Und dann machte ich mich auf den #oekuweg. Genügend Gelegenheit, mich beim Gehen zu beobachten, hatte ich dabei. Mir fiel dabei Seltsames auf: Bei Anstrengung, im Streß, bergauf und wenn ich müde bin, verfalle ich in einen prinzessinnenhaften Trippelschritt. Schnell, kurz, vielleicht nur eine Fußlänge zwischen Spitze des hinteren und Ferse des vorderen Fußes lang. Das ist anstrengend. So zu gehen ist tatsächlich körperlich anstrengend. Die fast ständig vier sinnfreie Silben skandierende Singstimme in meinem Kopf macht es nicht leichter, auch bewußtes Atmen (zwei Schritte ein-, vier Schritte ausatmen) erleichtert das nicht.

Wenn ich meine Gehweise, meinen Gang verändern möchte, heißt das: Konzentration auf meine Beine und den Atem. Längere Schritte machen, in der Hüfte beweglich bleiben und dabei ein-ein-aus-aus-aus-aus-atmen. Immer wieder. Nicht nachlassen. Nicht vergessen. Langen Schritt behalten, nicht wieder trippeln. Konzentrieren. Die Stimme singt. Vier Silben auf vier Töne. Immer wieder. Und dagegen den Sechserrhythmus beim Atmen halten. Meine Fresse, ist das Gehirn damit beschäftigt, ist Gehen auf diese Art kompliziert! Geistig anstrengend jetzt! Von der Gegend nehme ich dabei wenig wahr. Ich gehe, hochkonzentriert auf mich, meine Beine, meine Hüfte, meinen Atem. Aber körperlich sind die längeren Schritte eben weniger anstrengend, und etwas schneller bin ich damit auch unterwegs. Nun hoffe ich, daß ich mich, wenn ich das Zählen und Atmen weiter so übe, durchhalte, praktiziere, daß ich mich daran gewöhne, einen Automatismus daraus entwickele, mich umgewöhne, vom Trippelschritt entwöhne. Das Umlernen vom Links- oder Beid- zum Rechtshänder bzw. vom normalen zum Trippelschritt hat ja auch funktioniert.

 

Es ist doch idiotisch, zu trippeln statt zu gehen, oder? Und wer weiß, welche blöden Angewohnheiten (ich weiß z. B. vom Schniefen) ich sonst noch habe, die ich ständig ausführe und mit denen ich so auffalle.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 9. August 2016 waren die Erholung und die fast verschwundene Schwellung am Fuß.
 
Tageskarte 2016-

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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6 Antworten zu Nº 223 (2016): Trippelschritte.

  1. Sofasophia schreibt:

    Das klingt sehr ansteckend. Diese Töne – ist wohl anders als mein Tinnitus? Hört das auf, wenn du dich setzst oder stehenbleibst, ist es nur beim Gehen? Das mit dem Atem finde ich klasse. Ich kenn das vom Yoga oder als Mittel gegen Panikattacken. Beim Wandern habe ich damit auch gegen das Ich-kann-nicht-mehr und gegen Schmerzen gearbeitet. Atem ist ein Wundermittel!

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  2. puzzleblume schreibt:

    Dieses unwillkürliche innere Mitsingen bei monotonen Tätigkeiten oder Geräuschen kenne ich von mir, aber auch von unseren Familienwellensittichen.

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