Nº 258 (2016): Premiere.

Was Neues probiert

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Wie wohl jeder Mensch das tut, habe auch ich von Zeit zu Zeit etwas Neues auszuprobieren. Jetzt gerade übe ich die Erstellung von Blogartikeln auf meinem Brettchen. Sogar eine Extra-App habe ich mir dafür gekauft: Quickedit Pro, ein Editor ganz nach meinem Geschmack, der mit HTML-Quelltext wunderbar umgehen kann. Auf meinen Rechnern habe ich die Umlaut-Tasten und einige Tastenkombinationen mit Makros belegt, diese Funktion hat die Application nicht – sonst aber bin ich damit hochzufrieden. Und daß ich zum Einarbeiten des Artikels in meinen Blog eben nicht die WordPress-App nutzen kann, weil die den Quelltext zerschießt, ist auf dem Brettchen nicht schlimm. Hier ist die Webseite groß genug zu sehen, um den üblichen Arbeitsablauf am Rechner einfach zu übernehmen. Das Ganze ein oder zweimal zu üben, zuhause oder eben hier im Radio, war eine gute Idee. An die Tastatur aber muß ich mich noch gewöhnen.

Mehr muß ich nicht ändern, ich muß nur darauf achten, die Umlaute eben nicht über ihre Tasten, sondern als HTML-code einzugeben: für ein “ü” eben “ü” oder ein “ß” für das “ß”. Naja, ein paar andere Zeichen werden auch codiert, damit ist die Darstellung dann überall korrekt.

Erstaunlich ist es für mich in gerade diesem Zusammenhang, daß ich mich so weit auf Unterwegssein einrichte und einlassen kann. Irgendwie war das lange Jahre nichtmal vorstellbar für mich, ohne meine Wohnung und mein Bad und und und war Leben nicht möglich. Ja, auch jetzt noch bin ich nicht der Nomade, der Wanderer, Reisende, Rast- und Ruhelose wie das z. B. Irgendlink ist. Nein, das werde ich aller Wahrscheinlichkeit nach auch nie werden … Und doch … Irgendwie … Zumindest werde ich es öfter mal versuchen, dieses Reiseleben der langsamen Art, dieses Gehen von Dort nach Da; vielleicht bin ich auch öfter als bisher mit der Bahn unterwegs. Ich festgewachsenser Seßhafter (oder sollte ich besser Couchhafter schreiben). Träge Masse eben, träge … Zum Glück sind diese Zeiten aber immer mehr vorbei, immer seltener stolpere ich am Rand des schwarzen Lochs herum. Daß ich mit dem “Verlust” der Depression, mit der immer besseren Beherrschung ihrer Symptome mein Leben so weit verändern könnte, hätte ich nie gehofft, geglaubt, vermutet.

Und doch ist es so. Denn wenn die Losigkeit fehlt, dann ist mir viel mehr möglich. Dann sehe ich, daß ich viel zu lange zu viel zu wenig die Kraft hatte, in der Lage war. Da standen allen Aktivitäten Ängste und Selbstzweifel und Selbstabwertung entgegen. Und nun, da sie nicht vollständig verschwunden, aber viel weniger geworden sind im Laufe der Zeit und meiner Selbsttherapie, nun kann ich ausprobieren, tun, unternehmen. Und ich kann mutmachen. Ja, wirklich. Es vorleben. Ausprobieren, was ich mir jahrelang nicht erlaubte, was andere sich nicht zutrauen, nicht erlauben. Ein mich durchaus erfreuender Nebeneffekt. Ohne dabei den “ich habs geschafft, da kannst Du das auch”-Zeigefinger zu heben. Weil all das eben nicht selbstverständlich, nicht vorstellbar war, auch mir unerreichbar schien all die Jahre lang. Zweite Premiere: Ich gestehe, daß ich etwas konnte/schaffte/kann. Und ich glaube es auch!

Und das in einem echt egozentrischen Text, den ich komplett am Brettchen erstellte …

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 13. September 2016 war ein langes Gespräch besonderer Art. Ich hab es sehr genossen.
 
Tageskarte 2016-09-14:  III – Die Herrscherin.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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15 Antworten zu Nº 258 (2016): Premiere.

  1. alltagsfreak schreibt:

    <geil>Ja. Toll das mit einen HTML basierten Editor zu machen. Verwendest Du Unicode (im Quelltext bspw. UTF-8 brauchst Du Umlaute eigentlich nicht mehr zu markieren auch nicht &ßlig als ß, da es automatisch so implementiert wird. Auf meiner privaten Website beispielsweise sind die ganzen liebevollen Markierungen zerschossen. Muss ich mir mal angucken diese App</geil>

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    • Der Emil schreibt:

      Selbst wenn ich Unicode verwende, so tut das nicht jeder Browser jeden Betrachters. Deshalb wird die Codierung der named entities (also der benannten Sonderzeichen; ich mach es noch bei ein paar mehr) empfohlen. Quickedit Pro (app für um 3 Eu) ist ein Editor, der viele Quelltexte kann: HTML, C++, PHP, Tex usw.

      Nun, Quelltext bleibt Quelltext und sorgt für die besten Betrachtungerlebnisse (nur ihn wirklich zu lernen erfordert Aufwand).

      Gefällt 1 Person

      • alltagsfreak schreibt:

        Ja. Hatte damals an der Hochschule einen super Dozenten. Mittlerweile ist Vieles wieder eingeschlafen. SelfHTML von Stefan Münz, war und ist immer noch als (wenn auch sehr veraltetes Nachschlagewerk) auf meinen Rechner! Auch von Claudia Unkelbachs Projekt schattenbaum.net/php habe ich damals viel gelernt. Vor einen halben Jahr kaufte ich mir das HTML5 Handbuch von Stefan Münz. Du hast mich inspiriert es mal wieder in die Hand zu nehmen, dafür danke. Wenn Du mal lachen möchstest, kannst Du ja mal meinen letzten Beitrag lesen :)

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  2. alltagsfreak schreibt:

    Nachtrag: Auf meinen Rechner habe ich als gute Editoren PSPad und Notepad++ Die sind auch zu empfehlen. Gute Freeware :)

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  3. sag Kai schreibt:

    Ich freu‘ mich immer, wenn ich einen Text mit Hoffnungsinhalt lesen darf. Gute Wege.

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  4. Elvira schreibt:

    Unabhängigkeit ist das Zauberwort. Unabhängig von jedweden äußeren Zwängen wie Broterwerb, Familie, sozialen Verpflichtungen. Neben Gründen aus grauer Vorzeit war ein weiterer meiner Depression der, mich nicht lösen zu können aus den Zwängen. Ich habe die Depression überwunden, bis auf gelegentliche melancholische Schübe. Dieser Traum vom Unterwegssein ist dennoch geblieben. Aber, wie schon einmal erwähnt, ohne Plan, ohne Ziel und vielleicht auch ohne Rückkehr. Für mich persönlich gehört dazu als absolute Befreiung auch das Loslassen vom digitalen Leben. Gerade letzteres würde mir allerdings schwerfallen.
    Liebe Grüße,
    Elvira

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  5. Sofasophia schreibt:

    Einfach nur Mitfreude!!!

    Und ich denke über die von dir erwähnte Rast- und Ruhelosigkeit des Reisens nach. Dazu frage ich mich, ob der oder die Reisende nicht gar beim Reisen erst seine/ihre wahre Ruhe & Rast findet? Vielleicht.

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  6. pantoufle schreibt:

    Moin Emil

    HTML- und anderes Editor? Da kaufe ich doch nichts! Wozu gibt es Emacs (Emacs w3m)? Außerdem liegt der nicht in der Version 1.2.1, sondern in 46.1 vor. Mit Plugins und jetzt auch mit graphischem Interface :-)

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  7. Helmut schreibt:

    Ich komme mir vor wie in einem fremden Land. Flüchtlingen muss es da ja furchtbar gehen!

    Liebe Grüße
    Helmut

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  8. tikerscherk schreibt:

    Das liest sich wunderbar! Ich freue mich für Dich!
    Vielleicht schleicht der Verfasser des Blogs bald nicht mehr davon, sondern schreitet in Richtung des Lichts?
    Schöne Grüße aus Kreuzberg!

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