Nº 295 (2016): Viele Bücher. Und Liebe.

Und immer entdecke ich irgendetwas (Be-)Merkenswertes

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Mit einem Buch ist es bei mir nicht getan; üblicherweise sind zwischen drei und fünf Büchern gleichzeitig im Leseprozeß. Eines liegt neben der Schlafstatt, eines im Bad (manchmal auch zwei), oft steckt eines im Rucksack (für unterwegs) und eines ist auf dem Brettchen in der Leseanwendung offen. Im Moment lese ich Romano Guardinis “Die Lebensalter” (ist mir in den zwei großen Taschen voller Bücher mit übergeben worden), Jón Kalman Stefánssons “Das Knistern in den Sternen”, “Depressiv leben” von Denis Will auf dem Brettchen (aber das wurde heute gerade fertig) und – Mist, jetzt weiß ich nicht, was im Bad liegt, aber es ist eher eine Schnulze über eine Frau, die sich in Irland im Ort ihrer Vorfahren verliebt usw.usf. Ich finde das Buch wirklich angenehm zu lesen und liefere die Daten gerne nach. Es fällt mir recht leicht, von einer zur nächsten Geschichte umzuschalten, die Themen sind im Moment auch sehr unterschiedlich …

Das da fand ich also beim Lesen; und noch weiß ich nicht, wie ich zu dem stehen möchte/kann/will/soll, was da geschrieben wurde:

 

 

Woraus bestehen die Bande, die zwei Menschen miteinander verbinden und die aus allgemeiner Ratlosigkeit Liebe genannt werden? Eine nicht unwichtige Frage, denn zuweilen sieht es so aus, als könne nichts zwei Menschen auseinander bringen, weder der unablässige Zermürbungskrieg des Alltags noch die Sprengkraft des Augenblicks. Und ich spreche von Ratlosigkeit, weil ich den Verdacht habe, dass dieses kleine Wort, Liebe, ein Oberbegriff für so vieles ist, das nicht einmal dieser ganze Tag ausreichte, um alles aufzuzählen – dabei ist es noch früh am Morgen, Herbst draußen, das Gras welk, die Blätter fallen von den Bäumen, und die Raben sind wieder da, ihre schwarzen Schwingen kündigen den Winter an.

Jón Kalman Stefánsson: Das Knistern in den Sternen. S. 120
1. Aufl. 2005; © 2005 Reclam Verlag Leipzig. ISBN 3-379-00855-9

 

 

Einmal abgesehen von der Beschreibung des Tages (die aber gerade wirklich zu den Tagen paßt): Ist das Wort wirklich eine Zusammenfassung vieler Teile? Oder doch mehr, viel mehr und ganz etwas anderes als viele Einzelheiten, viele einzelne Aspekte, vielleicht sogar jeweils unendlich viel davon und doch noch mehr? Für mich bleibt die Liebe immer auch ein Mysterium … Vielleicht, vielleicht wißt ihr etwas, das ich deswegen oder überhaupt nicht im Blick habe?

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 20. Oktober 2016 waren gute Neuigkeiten, leckere Nudeln mit Hund (Scherz!, es war die Nº 11), ein ruhiger Abend im RadioRevolten-Klub.
 
Tageskarte 2016-10-21: Die Acht der Münzen.

© 2016 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

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4 Antworten zu Nº 295 (2016): Viele Bücher. Und Liebe.

  1. headnutz schreibt:

    Hi,
    also ich denke Liebe ist ein so ausuferndes Thema, so ungreifbar,so vieles.
    Ja, Liebe hat viele Gesichter. Ich liebe meinen Hund, meine Mutter, meine bessere Hälfte.Es gibt verschiedene Arten der Liebe und manchmal liebst du etwas oder jemanden, aber es tut dir nicht gut.Ich denke schon, dass sich liebe nicht verallgemeinern lässt. Jeder empfindet sie anders und oft entdeckt man sie wieder neu. Liebe kann schön sein, sie kann weh tun. Aber ohne Liebe leben möchte ich nicht. ❤

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  2. Sofasophia schreibt:

    Das Buch habe ich auch als schön und berührend geschrieben in Erinnerung, auch wenn ich mich nicht mehr an die Geschichte erinnern kann.
    Ich glaube schon auch, dass Lieber – zumal die zwischen Erwachsenen – ein „Sammelbegriff“ ist. Aber die in einer Beziehung genutzten Nuancen variieren sehr. Dennoch glaube ich auch, dass nicht alles Liebe ist, was oft in diesen Begriff hineininterpretiert wird. Wie bei Ess- und Giftpilzen sind die Nuancen oft sehr fein & die Folgen fatal.

    (Mehrere Bücher lesen kann ich schlecht. Ich lande dann doch immer bei einem, das ich dann erstmal beenden muss.)

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