Nº 298 (2016): Ein Mensch genügt.

Viermal oder fünfmal – und wie oft noch?

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» Manchmal genügt ein Mensch, um die ganze Welt grundlegend zu verändern, auch wenn uns die Philosophen und Historiker das Gegenteil einraden wollen. «

Gerd Ruebenstrunk: Das Wörterbuch des Viktor Vau. S. 7
Ungekürzte Taschenbuchausgabe 2012.
© 2011 Piper Verlag GmbH, München. ISBN 978-3-492-26874-5

 

 

Ein Satz, den heutzutage wohl niemand bei klarem Verstand für wahr halten kann. Denn in dieser Zeit ist alles – oder nur beinahe alles, der überwiegende Teil? – Ergebnis von Zusammenarbeit und Konkurrenz. Ein einzelner Mensch … aber das steht ja so überhaupt nicht im Buch? Und doch las ich diesen Satz so; mein Hirn fügte Worte ein, die den Satz veränderten: » Manchmal genügt ein einziger Mensch ganz allein  « – und weiter » um meine ganze Welt « …

Und jetzt sitze ich erkältet hier mit verquollenen Augen, verstopfter Nase, hustend und schniefend und weiß, daß mein Satz wenig mit dem aus dem Buch gemein hat. Oder vielleicht doch mehr, als mir und jedem lieb sein kann? Selbst wenn es nur um meine Welt, mein Leben geht, so gab es in dem mehr als einen Menschen, die jede(r) für sich immer wieder das unterste zuoberst kehrten. Nur bemerkte ich das nicht oder zu spät. (Ach, herzlich willkommen liebe Selbstzweifel, und tschüß auch, Selbswertgefühl und Selbstachtung? – Halt! Es geht anders!) Wie oft ist es mir denn geschehen, das, mit diesem einzelnen Menschen? Das dauert jetzt, da muß ich ganz schön tief in meinem Gedächtnis … Weniger als zehn, denke ich, vier vielleicht oder fünf. Es ist auch im Nachhinein nicht einfach, das, nein, diese Menschen wirklich zu benennen, denn wie gut sind die Erinnerungen? Wie sicher? Wie unverfälscht? — Aber es gab solche Menschen, dessen bin ich mir sicher.

 

Irgendwann tritt hoffentlich wieder jemand in mein Leben und stellt es auf den Kopf, vielleicht ist auch schon jemand da. Ich weiß es nicht. Und ist es nicht auch unerheblich, ob ich das “erkenne”? Ist es nicht vielmehr gut, offen zu sein für die Menschen, die mir begegnen? Wenn ich genau das sein kann, wird es wohl früher oder später geschehen. Ich freu mich drauf.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 23. Oktober 2016 war das Ausruhen und die Besserung zum Abend.
 
Tageskarte 2016-10-24: Die Fünf der Schwerter.

© 2016 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

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7 Antworten zu Nº 298 (2016): Ein Mensch genügt.

  1. Karl schreibt:

    Nicht manchmal, immer!

    Da das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein des Schwerefeldes eines Elektrons am Ende des beobachtbaren Universums das Ergebnis eines 25 bandigen Billardstoßes völlig unvorhersehbar machen kann, muss jeder einzelne reale Mensch allein durch seine Existenz die Geschichte erheblich und grundlegend verändern.

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  2. Sofasophia schreibt:

    Uff, vielleicht sollte ich ja der Mensch sein, der mein Leben auf den Kopf stellt, statt es immer nach außen zu delegieren? Denke ich jetzt.
    Dachte ich gestern Abend sinngemäß, bevor ich das hier las.

    Tja. Und doch, natürlich, es braucht die andern, besonders , wenn wir feststecken. (Und es braucht manchmal uns, wenn andere feststecken.)

    Gefällt 1 Person

  3. Ulli schreibt:

    Beim Zitat dachte ich sofort an Ghandi …

    denke ich an mein eigenes Leben, dann gab und gibt es diese Menschen, die mich inspirierten, lehrten und auch meine Welt der Glaubenssätze und Sichtweisen auf den Kopf stellten, da bin ich immer wieder dankbar.
    Und letztlich sehe ich es, wie es Karl oben schreibt, allein durch unsere Anwesenheit, durch unser So-Sein verändern wir die Welt …

    Aber ich glaube, dass du auf noch etwas ganz anderes hinaus willst, nämlich auf den Menschen, die Frau, die in dein Leben tritt und dein Leben auf den Kopf stellt?!

    herzliche Grüsse
    Ulli

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