Nº 310 (2016): Ein Platz zu Allerseelen.

Es mußte erst genügend Abstand sein.

To get a Google translation use this link.

 

Zu Allerseelen, am 2. November, war ich auf einem Friedhof dieser Stadt, sogar auf dem, der (nach einigen Quellen) nördlich der Alpen einzig in seiner Art oder zumindest der größte ist: Der in der Form des Camposanto (insbesondere von Pisa) erbaute Stadtgottesacker wird von mir sowieso öfter besucht. Ich war ja erst zum Schokoladenschallplattenanhören und -aufessen im Rahmen der Radiorevolten “Sweet Tribology” dort. Und dabei fiel mir auf diesem einen Grab, das schon mit Reisig abgedeckt war, unter und zwischen dem Herbstlaub ganz besonderer Grabschmuck auf. Nein, es ist nicht das Grab eines Kindes (es ist kein Hinweis darauf zu finden), es ist dort vor vielen, vielen Jahren bereits ein älterer Mann bestattet worden.

 

Eine vom Laub fast verdeckte Putte (liegendes Engelchen, graphitgrau) und verschiedene Spielzeuge

Eine vom Laub fast verdeckte Putte (liegendes Engelchen, graphitgrau, oben im Bild) und verschiedene Spielzeuge
Vor der Putte sah ich in Abdeckreisig und Herbstlaub Buntes: von links nach rechts ein blauer Spielzeug-LKW, eine blonde Knaben- und eine schwarzhaarige Mädchenfigur mit Strohhut (ähnlich Duplo von LEGO oder Playmobile) und ein (älteres) rotes Rennauto. Außerhalb des Bildausschnittes war noch mehr davon zu sehen.

 

Auf die Einfassung dieses Grabes stellte ich das Grablicht, zündete es an und nahm unweit davon auf einer Bank Platz. Dort saß ich von dreiviertel Fünf eine ganze Weile und atmete Ruhe und Erinnerung. Erst nach viertel Sechs verließ ich den Ort und war erfreut, daß mehr als 15 Minuten nach dem Ende der offiziellen Öffnungszeit das Tor noch nicht verschlossen war.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 4. November 2016 waren geschaffte Arbeit im Musikarchiv, der ersetzte Touchscreen am Telefon, weitere 1200 Worte, interessante Neuigkeiten aus dem Dorf.
 
Tageskarte 2016-11-05: XIII – Der Tod.

© 2016 – Der Emil. Text & Bild unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
Dieser Beitrag wurde unter 2016, Erlebtes, Gesehenes, One Post a Day abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Nº 310 (2016): Ein Platz zu Allerseelen.

  1. petra ulbrich schreibt:

    Die Grabbeigaben sagen, dass der Mensch nicht vergessen ist – niemals vergessen sein wird, weil sogar die Kinder Dinge zum (mit)spielen bringen.

    Gefällt mir

  2. Sofasophia schreibt:

    Fein das. Vielleicht ein Enkelkind, das die Großmutter trösten oder unterhalten will!?

    (Ich glaube, hierzulande kann man auch nachts, jedenfalls zu Fuß, auf Friedhöfe. Machen sie bei euch nachts alle Schotten dicht?)

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s