Nº 325 (2016): Verrückt, das aufzuheben.

Zustandsbeschrieb

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Es ist nicht der Herbst, nicht der November, nicht die Dunkelheit. Es ist nicht das Bilanzziehen am Ende eines Jahres. Es ist eher ein Ergebnis der Arbeiten, der Tätigkeiten, ich ich zur Zeit hier so bewältige. Aufräumen. Seit Jahren aufräumen, sortieren, wegwerfen. Loslassen. Ganz besonders mit dem Loslassen habe ich meine ganz eigenen Probleme. Es ist, nein, es scheint mir bei sehr vielen Dingen und Erinnerungen unmöglich. Ich benehme mich da wie ein Ertrinkender, der sich gegen den Rettungsschwimmer wehrt: Ich schlage um mich, will um keinen Preis etwas aufgeben. Obwohl ich weiß, daß es da nichts mehr gibt, was ich behalten könnte.

In knapp einer Woche habe ich zwei dieser großen Einkaufstaschen mit Papier gefüllt. Einige Zettel scannte ich vorm Wegwerfen ein, aber das waren aber wirklich nur wenige. Das meiste vom Weggeworfenen hob ich jahrelang auf, weil ich mich mit dem Thema nocheinmal eingehender beschäftigen wollte, weil angeblich ganz wichtige Erinnerungen dranhängen, weil ich die Adresse/URL/Anleitung ganz dringend nocheinmal brauchen werde. Mancher aus einer Zeitung ausgerissene Artikel hinterließ in mir nur Rätselraten: Was wollte ich damit, wieso hebe ich mir solchen Unsinn auf, wieso interessierte mich ein Unfall irgendwo in einem Mittelgebirge, das ich nicht kenne? Zentnerweise habe ich mich von “Citycards” getrennt, die ich immer mal wieder als Schmierzettel benutzen wollte. Wie interessant es doch ist, vier Jahre alte Wochenzeitungen und Kundenmagazine durchzulättern … Weg, weg, nur weg damit!

Bei einigen Schriftstücken war das Wegwerfen so erleichternd, daß ich sie sogar in ganz kleine Schnipselchen zerrissen habe. (Das habe ich übrigens mit den meisten der eingescannten getan. Hach!) Jetzt überlege ich nur noch, was ich mit den Broschüren und Landkarten und Ähnlichem anstelle. Und wie ich meinen Kopf in den restliche paar Novembertagen wieder freibekomme, in der knappen Woche bis zum Beginn meiner Lieblingszeit. Und währenddessen schreibe ich mein Novemberprojekt weiter. Nicht nur das, ein neues Märchen ist fertig und wird in einigen Tagen hier erscheinen. In dessen Umfeld sind dann auch andere Geschichten fertiggeworden, die für den Adventskalender bereitstehen. Zu genau dieser Märchenwelt sind weiter Figuren dazugekommen, die sich in der Vorweihnachtszeit hier tummeln werden. Und auch sonst komme ich nach und nach an in der friedlichen Zeit, die für mich in diesem Jahr so viele Überraschungen bereithält.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 19. November 2016 war Klarheit, ein wenig mehr Klarheit.
 
Tageskarte 2016-11-20: Der Ritter der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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4 Antworten zu Nº 325 (2016): Verrückt, das aufzuheben.

  1. eckstein schreibt:

    emil, das klingt entspannt, spannend auch. den kopf frei kriegen, geht meist am besten in der natur.
    hab einen guten sonntag

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  2. Pit schreibt:

    Ein Projekt, das ich auch schon seit Jahren vor mir herschiebe: alte Unterlagen, Notizen und was auch immer durchforsten und ausmisten. Und dasselbe auch auf dem Computer. Das wäre mehr als dringend notwendig. Ich weiß nicht, ob ich nur den Zeitaufwand scheue, oder ob sich da im Unterbewussten eine Sperre befindet.
    Hab’s fein,
    Pit

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  3. muschelfinderin schreibt:

    Wie großartig. Wenn man erst mal begonnen hat, dann kann es sogar richtig Spaß machen. Ja … weg mit dem alten Zeug. (Meine vollgestopfte Ecke schaut mich gerade böse an …)

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