Das zwölfte Türchen (2016): Mein Weihnachtstee.

Nicht jedermanns Geschmack.

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Meine Adventsgeschichten widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Ich wünsche allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für alle, die Hoffnung brauchen.

 

Ich trinke Kaffee, ohne den geht am Morgen nichts. Mit Milch, ohne Zucker. Neuerdings (seit ein paar Jahren) auch wieder heiß, davor aber vertrug ich nur lauwarmen oder kalten Kaffee, wofür es tatsächlich Zeuginnen gibt. Eine Kanne am Tag ist es normalerweise, also etwas mehr als ein ganzer Liter. Damit habe ich nun aber noch nicht genug Flüssigkeit aufgenommen.

Außerdem trinke ich auch gerne Tee. Nein, keinen aus Aufgußbeuteln. Und nur wenig Kräutertee (hauptsächlich Salbei oder Ingwer), sondern oft Schwarzen (Grusinischen), selten Gelben und sehr oft Grünen Tee (Chinese Gunpowder). Und was ich jetzt gestehe, wird jeden echten Teekenner mit Grausen sich abwenden lassen.

Den sehr feinen Gunpowder verderbe ich nämlich dadurch, daß ich mir den Aufguß aromatisiere. Manchmal gebe ich vor allem im Sommer ein paar getrocknete Apfelschalen mit in den Teefilter. Und im Winter, zur Advents- und Weihnachtszeit, kommen eine Prise Zimt und zwei oder drei Tropfen Bergamotte-Öl dazu. Weil ich Tee meist abends trinke, lasse ich das Ganze etwa zehn bis zwölf Minuten ziehen. Und habe danach in meiner großen Porzellankanne gut anderthalb Liter. Natürlich verfälscht und überdeckt das dann das wirklich feine, leicht rauchige Aroma des Gunpowders – doch es schmeckt mir und riecht gut. An ganz besonderen Tagen, aber wirklich nur selten, süße ich diesen Tee noch mit etwas Honig.

Wie bitte? Bergamotte? Jaja, das ist eine seltene Zitrusfrucht, die wahrscheinlich irgendwann als Hybride aus Bitterorange und Süßer Limette oder Zitronatzitrone entstand. Die Früchte werden üblicherweise nicht gegessen, aber aus deren Schale wird dieses Bergamotte-Öl gewonnen. Wer es nicht kennt: Auf den Weihnachtsmärkten gibt es oft Stände mit solchen Duftölen, an denen ihr bestimmt mal schnuppern dürft. Ich habe das seit Jahren, wahrscheinlich seit ich es kaufen kann für die Duftlampe genutzt. Und als ich einmal die Ingredienzenliste (zunächst richtig geschrieben, danach beinahe zum Fehler «korrigiert») eines “Weihnachts-Tees” (gut war er, wirklich) aus dem Teeladen meines Vertrauens betrachtete, entdeckte ich dort eben dieses Bergamotte-Öl! Seither gibt es das bei mir auch im Tee. Und das ist kein besonderes, sondern das, was ich im Kräuterladen auch für die Duftlampe hole.

Dem Öl wird übrigens ein keimtötende, stimmungsaufhellende, verdauungsregulierende Wirkung zugeschrieben. Und es ist eine der wenigen Weihnachtssachen, die ich nicht schon aus Kindertagen kenne. Schließlich gab es in der DDR höchstens Zitronat aus unreifen Tomaten, ab und zu einmal die trockenmasseoptimierten Kuba-Orangen und sonst nichts Besonderes zur Weihnachtszeit.

 

Mein Weihnachtstee schmeckt nach einem Hauch Zimt und nach Bergamotte.

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das täglich von 06 Uhr bis 22 Uhr bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 11. Dezember 2016, dem dritten Advent, waren Ausschlafen, 59 heruntergeladene Alben der digitalen Bemusterung, leckerer Tee und Pfefferkuchen.
 
Tageskarte 2016-12-12: Die Sieben der Schwerter.

© 2016 – Der Emil. Text & Bilder unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

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10 Antworten zu Das zwölfte Türchen (2016): Mein Weihnachtstee.

  1. Medienkanzler schreibt:

    Ich kann mit vorstellen, dass Du den Tee unerwartetem Besuch mit einem sehr breiten Grinsen servierst…

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  2. dergl schreibt:

    Bergamotte ist prima. Ich mag das sehr in Schwarztee. Hier sagen aber alle „Stinkt nach 4711.“ (Kölnisch Wasser Parfüm.)

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  3. Arabella schreibt:

    Ich liebe Earl Grey, wegen seiner Bergamottenote, auch Lady Grey mag ich sehr, der darin enthaltenen Kornblumen wegen.
    Dein Adventstee ist auf dem Weg.

    Gefällt 2 Personen

  4. Sofasophia schreibt:

    Ist nicht der „berühmte“ Earl Grey, der einizige Schwarztee, den ich noch mag und hin und wieder trinke, mit Bergamottöl aromatisiert? Vom daher: So seltsam ist deine Wahl nicht. Hauptsache es schmeckt.

    Gefällt 1 Person

  5. wildgans schreibt:

    Grusinisch hat also nichts mit Grausen zu tun. Aber was ist es dann?
    Ich trinke vermehrt die alten Sorten mit Jugendherbergsgeschmack und den mit dem Rotbuscharoma…

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    • Der Emil schreibt:

      Uuuuh. Roibusch ist bei mir wirklich bäh.

      Grusinischer Tee stammt aus Grusinien, der ehemaligen Grusinischen Sozialistischen Sowjetrepublik, die später Georgische hieß und heute eben nur Georgien heißt. Das Land zieht sich von Schwarzen Meer nach Osten, fast zwei Drittel der Distanz zum Kaspischen Meer. Neben Wein (und „cognac“) kommt von dort auch wunderbarer Scharzer Tee.

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