Neue Abläufe (2017: 003)

Etwas zur Gewohnheit machen.

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Gut, in (ab?) diesem Jahr sollen meine Tage also etwas anders ablaufen. Zunächst erscheinen Blogbeiträge jetzt abends, als Tagesabschluß, ohne daß ich sie auf Viertel eins plane. Ja, voriges Jahr ging das noch nicht, jetzt scheint es zu funktionieren. Morgens beginnen die Tage auch anders. Ja, gestern und heute saß ich nach dem Frühstück tatsächlich knapp zwei Stunden vorm Papier und krakelte und kritzelte mit der Feder einige Blätter voll. Ich habe versucht, auf Rechner oder Brettchen zu schreiben: Das funktioniert nicht. Nein, das ist viel schwerer, viel zäher. Es fehlt das Fließende der Bewegung des Stiftes übers Papier. Ich brauche das leere, sich füllende Blatt – wie sehr ich mich am Rechner rumquäle, das haben einige Menschen bereits gesehen. Das dauert, das daaaaaaaaaaaaaaaauert! Mit Stift auf Papier und abtippen bin ich schneller. Das habe ich in jahrelanger Praxis bemerkt. Außerdem will ich mich noch nicht zwingen, alles auf dem Brettchen zu tippen. Vielleicht ist das eine ebensolche Spinnerei wie die Sehnsucht nach einem ganz normalen Ofen in der Wohnung: Beides funktioniert zweckentsprechend und ohne Strom.

Nun sitze ich also morgens zwei Stunden und schreibe. Beinahe fühle ich mich wie beim Novemberschreiben, nur daß ich diesmal noch kein festes Thema habe, kreuz und quer fabuliere. Bisher kommt noch nichts wirklich Brauchbares heraus in dieser Zeit (allerdings war sowohl gestern als auch heute einundderselbe Protagonist zugegen). Doch ich bin zuversichtlich, versehe jede Seite mit Datum und Uhrzeit und Nummer – Obwohl ich die Nummer weglassen könnte, denn mehr als drei Seiten habe ich weder gestern noch heute geschafft zu so früher Uhrzeit; doch ich möchte etwas sichere Routine in dieses Schreiben bringen. Nicht ganz so streng wie mit den Vorlagen-HTML-Dateien, die das Grundgerüst meiner Blogbeiträge bilden, und doch Regeln einhaltend schreiben, das ist es, was ich erreichen möchte. Die zweite Regelmäßigkeit gibt es wie oben angedeutet dann am Abend: Hier zuhause wird – falls ich nicht unterwegs bin – zwischen 20 Uhr und 20.30 Uhr gegessen. Und danach sitze ich für maximal zwei Stunden und sortiere aus Kladden und Kalender zusammen, was zu meinem Blog wird. Zusätzlich dazu noch täglich eine Stunde Scannen und eine Stunde Abschreiben von alten Kladden sind sechs Stunden zu tun an jedem Tag. Wie lange das gutgeht, so vollgepackte Tage zu leben, wird sich im Laufe der Zeit herausstellen.

Und irgendwann dazwischen sitze ich beinahe jeden Tag in Straßenbahn und Bus und schreibe dabei in meine Kladden. Gestern und heute kam ich so auf vier Stunden “reines” Schreiben. Als Arbeit gesehen. Genau dieses Schreiben meine ich. — Zwei unverrückbare Stunden nach dem Frühstück, ausnahmslos, die Essenszeit am Abend mit dem nachfolgenden sortieren und bloggen: Das ist mein Tagesgerüst, zwischen zehn und zwölf Stunden liegen zwischen Anfang und Ende. Ich frage mich jetzt natürlich, ob das “normal” ist? Ich frage mich natürlich auch, ob das nicht zuviel ist, denn neben der Schreiberei sind da ja auch all die anderen Lebensnotwendigkeiten wie Haushalt, Einkauf, Radio, Lesen, Ämter usw. usf. Puh! Und natürlich habe ich Angst davor, das nicht zu schaffen! Aber ich mache es wie 2011: Vier Wochen lang teste ich das aus. Wenigstens vier Wochen, besser noch den ganzen Januar möchte ich das durchhalten. Ungefähr so wie das tägliche Bloggen. Und dann …

 

Oh, es tagebüchelt hier aber heftig, meint ihr nicht auch?

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 03.01.2017 waren das Morgenschreiben, die Beratungen im Radio, drei digitalisierte CDs, 600 per Bluetooth übertragene Dateien.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Stäbe.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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10 Antworten zu Neue Abläufe (2017: 003)

  1. petra ulbrich schreibt:

    Es tagebüchelt wunderbar und so mag ich es sehr…

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  2. stachelvieh schreibt:

    Und wenn schon. Dann tagebüchelt es eben. Auch dieses Bekenntnis ist ja schlussendlich hilfreich, hast Du doch deine Ziele fixiert (unter Zeugen). ;-)
    Good luck

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  3. wildgans schreibt:

    Mir scheint: die pure Leidenschaft!
    Aber keine, die Leiden schafft, sondern eher etwas wie Lebensglück!

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  4. Madame Filigran schreibt:

    Inspirierend…! Danke.

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  5. eckstein schreibt:

    so eine struktur im tag kann was gutes sein. ich wünsche dir viel energie davon und dabei. liebgrüße

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