Stimmungsbericht (2017: 011)

Zeitversetzter Musikgenuß und mehr.

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Ich weiß ja, daß bei den meisten von euch Weihnachten spätestens seit dem letzten Wochenende vorüber ist. Doch bei mir ist es das noch nicht, ich lasse alles bis Mariä Lichtmeß weihnachtlich sein. Heute wollte ich ursprünglich zum ersten Mal in diesem Jahr ins Kustmuseum Moritzburg – doch mir fiel rechtzeitig ein, nach den Öffnungszeiten zu sehen: Mittwochs geschlossen. So hatte Zeit für anderes, konnte endlich einmal in aller Ruhe durch einige Geschäfte stöbern und eine Liste von zu verbrauchten und wiederzubeschaffenden Dingen wesentlich verkürzen. Und auch den normale Einkauf hab ich erledigt. Bei dem fielen mir noch ein paar Kopfhörer und eine Weihnachts-CD in die Hände.

Zuhause habe ich die Kopfhörer natürlich gleich mit der neuen Musik eingeweiht. Mit Weihnachtsmusik. Alpenländisch angehaucht. Und dann saß ich am Fenster und schaute den tanzenden Schneeflocken zu. Allerdings entdeckten die Schneeflocken auch den matschigen, überhaupt nicht winterlichen Erdboden. Darüber fingen sie zu weinen an und fielen als Regen in die Pfützen und auf die Straße. Trotzdem war dann das Weihnachtgefühl wieder da, die Besinnlichkeit, meine eigene – hier fehlt mir gerade das richtige Wort. Jedenfalls war es mir heute nachmittag recht weihnachtlich zumute, und das letzte Stück Stollen vom ehemaligen Bäcker-Nachbarn und die letzte Tüte gefüllte Lebkuchenherzen sind verputzt. Auch zwei Pyramiden liefen heute nachmittag. Noch immer riecht es nach ausgeblasenen Kerzen und natürlich Neudorfer Weihrauchkerzchen, heute, am 11. Januar, abends um zehn …

Ich hänge mit meiner Stimmung etwa drei Wochen hinter dem tatsächlichen Zeitenlauf hinterher. Es fühlt sich nicht falsch an. Es mag anderen Menschen sonderbar vorkommen, für mich ist es gut so, wie es ist. Hänge ich eben hinterher! Na und? Dafür bin ich gerade in einer sehr guten Stimmung, einer, die mir guttut. Es ist mir erstaunlicherweise auch vollkommen egal, warum das so ist; es ist so und es ist gut so. (Das hab ich lange nicht mehr gehabt, diese so deutlich fühlbare Zufriedenheit mit meiner eigenen Gemütslage.)

Vor Jahren fuhr ich im Hochsommer mit meinem Auto durch die Stadt und hörte Country-Weihnachts-Kassetten. Was sollen mich da heute Weihnachstklänge in meiner Wohnung stören? So wurde der Tag auch zu dem Tag, an dem ich nicht neue Musik von der Radiobemusterung hörte, sondern Sachen aus meinem eigenen Archiv. Zwischen den saisonalen Alben erklangen auch beste Gothic-Mugge, Schlager, Volxmusik. Und dabei fiel mir auf, daß ich meine Musik doch irgendwann einmal in die Datenbank eines Abspielprogramms importieren lassen muß. Denn erst dann ernte ich die Frucht meiner Mühen, alles mit validen Metadaten zu versehen, dann kann ich mir Playlisten nach Genre oder Jahr mixen lassen.

 

So. Jetzt noch ein wenig Erzgebirgische Weihnachtsmusik zum Einschlafen …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 11.01.2017 waren die Weihnachtsstimmung, die Kopfhörer, ein sehr sehr sehr frühes Telefonat, das Wissen um etwas noch nie Erlebtes.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zehn der Kelche.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

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2 Antworten zu Stimmungsbericht (2017: 011)

  1. Simmis Mama schreibt:

    Bei mir steht auch noch alles :)))))

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  2. Heike schreibt:

    Lebkuchen gab’s bei mir gestern auch… zusammen mit einem heißen Kakao zum Aufwärmen, nachdem mich die armen, traurigen Schneeflocken auf dem Weg nach Hause ziemlich nassgeweint hatten. :))

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