Lesestoff für bald (2017: 021)

Wiederbegegnung mit Max.

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Ich strotze vor Einfällen, aber ich habe Angst, sie aufzuschreiben. Nein: Angst, sie in Prosa umzusetzen. Ich bin im Übrigen ziemlich sicher, daß diese Blockade nicht ewig anhalten wird. Daß ich wieder Prosatexte schreiben werde.

Max Goldt im Interview mit der ZEITonline Artikel online (abgerufen am 21.01.2017, 15.00).

 

 

Ein Paradoxon, das Goldt da im Interview offenbart: Die – seine! – Schreibblockade ist seine Angst vorm Scheitern. Überhaupt ist der ganze Artikel lesenswert …

 

Diesen Max Goldt, den kenne ich ja als Sänger, nicht wahr? Damals von “Foyer des Arts”, deren Lieder ich kurz nach der Wende entdeckte. Und dann stolperte ich Anfang 2012 (?) wieder über diesen Namen, als ich mich nach und nach durch den Blog des Handsetzers und Druckers Martin Z. Schröder aus Berlin hindurchlas, ja geradezu hindurchfreute ob seiner zu spürenden Liebe zum Bleisatz und zur Sprache. Genau dort begegnete ich Max Goldt zum zweiten Mal bewußt.

Seitdem steht dieser Name neben vielen anderen auf dem Zettel der zu lesenden Schreibenden, Autorinnen und Autoren. Um seine Bücher irgendwann – und nun, dank meines Vorhabens, zuvörderst die schon in meiner Wohnung befindlichen Bücher zu lesen, noch immer nicht so bald – aus einer Bibliothek auszuleihen. Und all jene, die die anderen schrieben. Max Goldt. Von den händisch bleigesetzten und auf einem Heidelberger Tiegel handgedruckten Max-Goldt-Karten und -Büchern werde ich mir keine kaufen können, doch ich verspreche mir, was ich von ihm kriegen kann zu lesen …

Vielleicht, und das hoffe ich und wünsche ich mir, findet sich eines seiner Bücher für mich auf der Straße bereitliegend oder in einem der “Nimm-mich-mit”-Kartons. Oder gehe ich seinetwegen jetzt doch in die Bibliothek?

 

Ach ja, meine Schreibblockaden: Trotz vieler Gedanken schaffe ich es nicht, sie auf Papier zu bannen, niederzuschreiben, weil ihre Struktur zu komplex für Schriftsprache ist. Manche der Gedanken lassen sich nur mit einer Geste ausdrücken, die ich wiederum nicht adäquat beschreiben zu können glaube. Oder ich versuche mich zu zwingen … dann geht auch nichts.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 21.01.2017 waren eine geschaffte Schicht, der wiedergefundene Max Goldt, Gespräche, Gespräche, Gespräche.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Schwerter.

© 2017 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

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3 Antworten zu Lesestoff für bald (2017: 021)

  1. Ulli schreibt:

    Dein innerer Kritiker scheint noch immer sehr groß zu sein, Angst ist das nächste, lieber Emil ich wünsche dir Mut und den freien Schreibefluss
    herzliche Grüße
    Ulli

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  2. Ulli schreibt:

    P.S. Ich vergaß zu schreiben: es gibt nichts zu verlieren, aber viel Gewinn, wenn wir tun, was uns inwendig drängelt, wie auch immer noch! Morgen erscheinen bei mir zwei Miniaturen, die 2. hat etwas davon in ihren Worten…

    Gefällt mir

  3. dergl schreibt:

    Das was Goldt sagt – ich las das Interview schon vor einiger Zeit -, ist nachvollziehbar. Angst schlecht zu schreiben, Angst gut zu schreiben (beides eine Medallie mit zwei Seiten, denn hinter steckt Angst vor dem Verlassenwerden), Angst besser zu schreiben als andere…

    Hast du mal versucht ob es dir nützt wenn du die Blockaden nicht formulierst sondern einfach runterschreibst, egal wie wichtig oder unwichtig sie dir vorkommen? Zettel. oben „Ich habe Angst, dass…“ (oder einen anderen Blockadengrund) und dann ohne nachzudenken Stichworte drunter knallen. Manchmal löst das etwas und dann klappt es mit dem „richtigen“ Formulieren… Nur meine Erfahrung…

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