Was ich wie lese (2017: 024)

Exemplarischer Einblick

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Eine Änderung der Lebensrichtung – und sei sie noch so verkehrt – kann nur in Dir selbst entstehen, durch einen Schock, einen Verlust, eine schwere Krankheit mit Todeserfahrung – niemals aber bloß durch große Worte und Zwang.

Rainer M. Schießler: Himmel, Herrgott, Sakrament. Auftreten statt austreten. S. 110
5. Auflage © 2016, Kösel-Verlag München. ISBN 978-3-446-37147-1

 

 

Ein Klartext redender und schreibender katholischer Stadtpfarrer Münchens, einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt, der einiges anders macht als andere katholische Geistliche. Sein Buch sprang mich an, dieser Titel, dieser Schutzumschlag mit der hierzulande sprichwörtlichen Fluchphrase. Deswegen nahm ich es mit, ohne hineinzusehen. Als ich aber zuhause den Rückentext und den Klappentext las, blieb es ganz zuunterst liegen auf, nein, unter dem letzten Bibliotheksbücherstapel. Aber es half ja alles nichts, irgendwann begann ich es zu lesen. Und war kein bißchen befremdet von dem, was dieses biografische Buch mir bot. Ganz im Gegenteil. Es mag vielleicht daran liegen, daß auch ich einmal als Mönch ins Kloster gehen wollte und mich noch gut an meine Gedanken und Gefühle erinnere. Daß auch ich trauern mußte, daß auch ich mehrfach die Ausrichtung meines Lebens mehr oder weniger gewollt änderte.

Parallel dazu hatte ich noch Andre Herzsprungs “Alle Nähe fern” (© 2015 Ullstein, ISBN 978-3-550-08056-2) in den Händen: Das begann zäh, sehr zäh, wurde interessanter, je weiter ich als gelernter DDR-Bürger mich zum Ende hin voranlas. Die zweite Hälfte packte mich so, daß ich von etwa Seite 110 bis zum Ende des Buches nur noch zwei Tage brauchte – wohlgemerkt im Wechsel mit Schmeißlers Buch gelesen.

Die beiden Bücher, so unterschiedlich sie auch zu sein scheinen, hatte ich in fünf Tagen durch – und so schnell wäre ich nicht gewesen, hätten nicht beide mich eingefangen, hineingezogen in ihre beiden unterschiedlichen Welten. Das eine von Anfang an, das andere eben etwas später. Aber vielleicht sollte, wer jetzt neugierig ist, sich doch vorher ansehen, um was es jeweils geht.

 

Seit Freitag, dem 13. Januar 2017 nenne ich “Depression abzugeben” von Uwe Hauck mein eigen (© 2016 Bastei-übbe, ISBN 978-3-404-60922-2). Typisches Zwei-Gänge-Buch für mich, das ich in zwei Tagen komplett in mich hineinfraß im ersten Gang, und das ich jetzt genüßlich langsam noch ein zweites Mal lese. Nicht, weil ich es nicht verstanden hätte beim ersten Mal, sondern weil ich jetzt mehr als mein Gefühl auf das geschilderte Erleben reagieren lassen möchte. Dieses Buch nehme ich auch nicht mit, wenn ich unterwegs bin, das bleibt an der Schlafcouch, braucht dadurch natürlich länger als andere. Egal. Ich möchte es auch nicht irgendwo lesen, weil ich wirklich sehr persönlich betroffen bin, weil ich aber auch froh darüber bin, daß ich nicht tief … jedenfalls nicht in dieser Zusammenballung so tief im Loch saß und sitze. Darüber, daß es bei mir dann doch nicht so kompliziert war und ist … glaube ich jedenfalls.

 

Manchmal, manchmal habe ich sogar noch Zeit, etwas anderes zu tun als zu lesen. Doch meist sind bei mir drei bis vier Bücher gleichzeitig “aktuell”, so daß ich wirklich überall auf Lesestoff Zugriff habe.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 24.01.2017 waren ein gekläretes Bürokratieproblem, ein fixierter Termin morgen, ein abgeschicktes Päckchen.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Bube der Stäbe.

© 2017 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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3 Antworten zu Was ich wie lese (2017: 024)

  1. Elvira schreibt:

    Und dann sind da ja auch noch diverse Twitterer zu lesen und zu retweeten. Hat dein Tag mehr als 24 Stunden?? Kennst du „Die Welt im Rücken“ von Thomas Melle?
    Liebe Grüße,
    Elvira

    Gefällt 1 Person

    • Der Emil schreibt:

      Nein, ich hab auch nur 24 Stunden. Aber ich nutze wirklich viele Gelegenheiten zum leses.

      Melle? Nein, auch noch nicht. Aber ich habe Stapel von Büchern …

      Gefällt 1 Person

    • wildgans schreibt:

      Liebe Elvira,
      das Melle-Buch fand ich furchtbar – wenn man es noch nicht hat, dann bekommt man bipolare Zustände beim Lesen. Habe bald aufgehört, weil es für mich nicht zum Aushalten war. Andererseits wurde das Buch hoch gelobt – nun ja, der Mann weiß sich gut auszudrücken, schreibt sehr authentisch, es geht tief rein – das wollte ich nicht, konnte nicht mit Distanz lesen. Aber wer`s kann…

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