Summender Baum (2017: 088)

Beim erfundenen Geschichtenerfinden

To get a Google translation use this link.

 

 

Neben der Bank summt es gewaltig in der Weide, die in voller Blüte steht. Da sind Bienen, Hummeln und Schwebfliegen unterwegs, ganz verschieden große Hummeln und Bienen und andere der gestreiften Tiere, vor denen ich normalerweise Angst habe. Trotzdem beruhigt mich das Geräusch heute, macht mich beinahe ein wenig schläfrig. Die Wärme, mit der die Sonne auf meinen Rücken … brennt ist es noch nicht ganz, aber doch: Es wird unter meinem schwarzen Hemd ziemlich warm, ich schwitze sogar. Vor mir im Teich sind Frösche und Kröten unterwegs – sich paarende Tiere und solche mit Laichpaketen auf dem Rücken – und singen lauthals ihre schönsten Lieder. Auf meinen Knien liegt die Kladde, ich drehe den Stift unschlüssig hin und her.

Es will mir nichts einfallen, das Summen in der Weide “macht die Birne weich”, wie es so schön heißt, und die Wärme der Sonne tut ihr Übriges dazu. Ich merke, daß ich öfter einnicke; auf der aufgeschlagenen Seite finden sich schon Krakelstriche. Boah. Jetzt sitze ich alleine auf der Bank, die Dame, die Enten gefüttert hat, ist weg. Also packe ich die Kladde ein und lege mich lang. Nur für zehn Minuten, denke ich, schlafen hier in der Frühlingssonne. Die Weide macht ein so beruhigendes Geräusch. Zehn Minuten nur …

Nach diesen zehn Minuten aber scheint weit mehr Zeit vergangen zu sein. Der Schatten der noch immer summenden Weide fällt auf mich. Vom Teich her quakt es lauter. Zwei Kinder spielen mit einem Ball, eine junge Frau steht daneben und schuckelt den Kinderwagen. Ich stehe kurz auf, recke mich ein wenig, reibe mir den Schlaf aus den Augen. Da kommt mir auch schon eine Idee, die ich aufschreiben kann. Und genau das mache ich. Langsam füllen sich erst eine, dann eine zweite und schließlich eine dritte Seite mit meiner krakeligen Mischung aus Sütterlin- und Kurrentschrift. Nein, es ist keine Geschichte für den Blog geworden, jedenfalls nicht für diesen hier. Ich muß sie noch etwas schleifen, ein paar Konstruktionen verbessern. Mal sehen, was daraus wird.

Auf dem Heimweg gehe ich schnell noch zum Discounter und hole mir zwei Tafeln Schokolade mit Pfefferminzcremefüllung.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 29.03.2017 waren ein gesehenes Sofagespräch, ein wenig Kopfkino, eine andere Geschichte.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Acht der Stäbe.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Advertisements

Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
Dieser Beitrag wurde unter 2017, Geschriebenes, Miniatur, One Post a Day abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Summender Baum (2017: 088)

  1. Ulli schreibt:

    das klingt einfach nur frühlingshaft und zauberhaft …
    herzliche Grüsse an dich
    Ulli

    Gefällt 2 Personen

  2. Medienkanzler schreibt:

    Tja, es gibt sicher schlechtere Jobs als auf der Bank zu arbeiten. Zumal um diese Jahreszeit ;-)

    Gefällt mir

  3. petra ulbrich schreibt:

    Ein Frühlingsidyll – haben sie dich denn schlafen lassen? Die Frösche und die anderen Menschen?

    Gefällt mir

  4. alltagschrott.ch schreibt:

    Sich im Frühling fallen lassen…schön ☘

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s