Mittelweg und Mittelmaß (2017: 094)

Eine Luxusfrage schon für Gesunde

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Auf die Kommentare zu meinem gestrigen Text möchte ich gern antworten, doch ich kann es gerade nicht. Kann gerade nicht mehr dazu schreiben als das, was dort steht.

Außerdem … Außerdem quäle ich mich gerade mit viel zu vielen Sorgen herum. Mit Sorgen anderer Leute, denen ich so gern helfen möchte. Doch das ist mir einfach nicht möglich. So leide ich mit – und das bindet ziemlich viele Ressourcen. (Moment. Wie hätte ich das früher ausgedrückt, ohne das Fremdwort: Es schlaucht, es kostet mich Kraft; das vereinnahmt mich mehr, als gut scheint?)

Es ist viel Krankheit (und Tod), viel Geldnot und viel Streit und Ärger in Familien und Bekanntenkreisen da draußen, so viel Angst und (Selbst-)Zweifel … All das trifft mich und ich kann so wenig tun! Lasse ich das “nur” zu nah an mich heran? Sollte ich mich mehr auf meine eigenen Dinge besinnen, beschränken?

Einen Mittelweg habe ich diesbezüglich noch nicht gefunden; deshalb frage ich mich (und euch?): Gibt es für Anteilnahme und Mitleiden diesen (“gesunden”) Mittelweg wirklich, oder ein (gesundes, angemessenes) Mittelmaß – und kann ich als Nicht-Gesunder den oder das überhaupt erkennen, finden und wollen?

Ein Luxusproblem, über das ich hier nachdenke, weil es mir das Herz zerreißt …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 04.04.2017 waren angehörte Töne, eine fertiggestellte Sendung, Nachdenken über die Dimensionen von Anteilnahme und Hilfe und so ’nem Kram.
 
Die Tageskarte für morgen ist 0 – Der Narr.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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7 Antworten zu Mittelweg und Mittelmaß (2017: 094)

  1. Sofasophia schreibt:

    Ich frage mich genau das auch schon sehr lange. Wenn andere leiden, schrumpft das eigene Leid auf Stecknadelkopfgröße und ich bagatellisiere es. Was auch nicht wirklich eine gute Lösung ist. Und das mit der Kraft, ja, genauso ists bei mir auch.
    Was ich übe? Darauf zu vertrauen, dass sie es schaffen. Ganz fest hoffen. Ganz fest liebevoll hoffen.
    Ich übe noch, wie gesagt.

    Viel Kraft dir für diese Phase.

    [Sag mal: Ich schaffe das! (Fühlt sich gut an, gell?)]

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  2. Karl schreibt:

    Es gibt diesen Mittelweg, dieses Mittelmaß ohne Zweifel. Ich kenne Menschen, die ihn gefunden haben. Auch ich selbst hatte ihn vor sehr langer Zeit einmal.
    Wie ich ihn wiederfinden kann und, wenn ich ihn gefunden habe, wie ich es dann anstellen kann auf ihm zu bleiben, weiß ich allerdings nicht.

    Gefällt 1 Person

    • Der Emil schreibt:

      Und ich weiß nicht, ob ich ihn wirklich „so“ finden mag ;-)

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      • Karl schreibt:

        Solange es das Mittelmaß nicht in seiner schlechten Bedeutung ist, wäre es mir schon lieb, aus reinem Selbstschutz, um nicht noch kränker und perspektivisch lieber gesünder zu werden. Ich merke gerade in letzter Zeit, das eine weitere Entfernung vom Mittelweg und „gesunden“ Mittelmaß nicht nur sehr anstrengend sondern auch eventuell nicht ganz ungefährlich für meine eigene Gesundheit sein kann. Und nicht zuletzt kann ich umso hilfreicher sein, je gesünder ich bin, denn Mitleid oder besser Empathie ist ja kein Selbstzweck.

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