Verlaufen (2017: 107)

Die Wirkung des Wassers in der Badewanne.

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Genau jetzt stelle ich fest, daß mir etwas fehlt. Naja, eigentlich fehlt es nicht, doch wenn ich es hätte, würde ich es zu nutzen versuchen. Ein wasserdichtes Tablet mit wasserdichter Bluetooth-Tastatur. Habe ich aber nicht. Und auch die entsprechende quer über meine Badewanne zu legende Ablage für beides (und natürlich für mehr wie Rotweinglas und -flasche nebst Leuchter und Aschenbescher) gibt es hier nicht. Deshalb sitze ich mit sich wellendem Papier und Stift in meinen Händen im Wasser, unterm Schaum, und kritzele wie fast immer und überall.

Tablet und Tastatur dazu habe ich ja. Doch ich habe auch Angst, daß die Luftfeuchtigkeit beidem nicht bekommt oder daß beides zu mir ins Badewasser fiele. Mit Papier geschah mir das auch schon – und wie Tinte auf nassem Papier sich verhält, können sich bestimmt viele Menschen nicht mehr vorstellen. Ich kann es euch aber gerne zeigen, denn mir ist es vorhin wieder passiert:

 

Mit Tinte beschriebenes Blatt nach dem Fall ins Badewasser, Tinte teilweise ausgewaschen.

Mit Tinte beschriebenes Blatt nach dem Fall ins Badewasser, Tinte der Sütterlinschrift teilweise ausgewaschen.
Es ist Seite 14 (Din A5, Gesprächsnotiz-Vordruck). Der Text tut hier wirklich nichts zur Sache.

 

Den darauf befindlichen Text werde ich hier nicht wiedergeben. Jedenfalls landete Seite 14 heute, als ich zu einem anderen Gedanken wechseln wollte, mit dem Abreißschwung im Wasser. Es dauerte einige Sekunden, ehe ich alles andere weggelegt hatte. Dann fischte ich das Papier heraus, legte es in ein Handtuch und tupfte es trocken. Hätte ich damit länger gewartet, wäre die Schrift vielleicht noch blasser geworden. Doch zum Glück nutze ich wasserfeste, dokumentenechte schwarze Tinte in meinen Füllfederhaltern. Ich kann (noch) lesen, was da geschrieben ist, konnte die Seite (DIN A5) also retten. Keines der verlaufenen Worte ist verlorengegangen. Hätte ich mit moderner und tatsächlich vorhandener) Technik gearbeitet, wäre das Tablet gnadenlos ersoffen und ich hätte vielleicht wirklich Daten, Text(e) verloren. Deshalb meine Idee mit den wasserdichten Geräten …

Aaaaaaber … Aber wahrscheinlich bleibe ich bei meiner altmodischen Methode, zunächst alles (ja, gut, ich gestehe: fast alles) mit Tinte auf Papier festzuhalten. Denn ich hätte viel zuviel Angst davor, daß die versprochene Wasserdichtigkeit (Wasserdichte scheint mir das falsche Wort zu sein, denn die ist für mich die Dichte des Wassers) nicht wirklich gegeben ist.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 17.04.2017 waren ein recht stürmischer Spaziergang, eine erledigte “Sache”, interessante Gespräche.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Ritter der Stäbe.

© 2017 – Der Emil. Text & Bild unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

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4 Antworten zu Verlaufen (2017: 107)

  1. puzzleblume schreibt:

    Mit nass gewordenen Büchern hatte ich eine Zeit lang Erfahrungen gemacht, bis ich das Lesen in der Badewanne aufgegeben habe, weil es für Erwachsene keine wasserfeste Seiten gibt, Badewannen-Bilderbücher für Kinder aber schon – gemein ist das, wenn man erst an den Genuss herangeführt wird, und dann später so hängengelassen. Leider kenne ich niemanden, der über eines dieser beworbenen wasserfesten Mobiltelefone verfügt, aber darauf gespeicherte Daten sollten demnach erhalten bleiben – die technische Entwicklung scheint auf dem Weg zu sein, deinen Wünschen entgegenzukommen.

    Hattest du eigentlich irgendwann schon mal erwähnt, weshalb du dich für die Sütterlinschrift entschieden hattest?

    Gefällt 1 Person

  2. wildgans schreibt:

    Ja, bitte, erklär das noch mal!
    Lesen kann ich die Schrift einigermaßen, wir lernten das in der alten Einklassenraumdorfschule noch, aber schreiben?
    Das Wannenblatt, wie verlorene Worte im All …Sicher haben „stille Wasser“ das geschrieben…

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