Wörtersuche nebenher (2017: 135)

Sprachding, bemerkenswertes.

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Diese Frage heute auf Twitter:

 

 

Schwups! Das Denkicht fing an zu rattern. Mir fielen in Stunden dann nur vier Deutsche Wörter ein, die tatsächlich mit “Ü” beginnen (und natürlich alle ihre Zusammensetzungen und Ableitungen):

  • übel/Übel (adj./Subst.)
  • üben (mit Übung)
  • über
  • übrig

Selbst die Stadt Uelzen schreibt sich offiziell eben mit “Ue”.

Sonderbar. Wo aus einem Arm ein Ärmchen und aus einem Ort ein Örtchen wird, entsteht aus dem Unter nur ein Unterchen, und auch das Ufer wird eher Uferchen statt Üferchen. Diese Ü-Worte reizten mich mit einem Male wirklich, und so sah ich in meinem Duden von 1966 (15. Auflage des 2. verbesserten Nachdrucks, abgeschlossen am 30.6.1959 im VEB Bibliographisches Institut Leipzig herausgegeben) nach: Überlingen (ob das nicht auch von über abgeleitet ist?), üblich, Üchtland, Ücker, Ückermünde, Ührchen und Ührlein. Dann Ülzen in NRW, Ürte als alter schweizerischer Ausdruck für die Zeche beim Wirt und ein Istanbuler Stadtteil Üsküdar.

Sechzehn. Ganze sechzehn nicht mit einem der vier erstgenannten Wörter zusammengesetzte Worte. Hätte ich nicht gedacht, daß es nur so wenige sind. Wenn ich es recht bedenke, fällt als Ableitung/Zusammensetzung auch Ückermünde noch aus der Liste heraus (da ist der Flußname Ücker drin), nicht aber Überlingen (ich vermute eine sprachliche Entwicklung aus “Iburinga villa publica, wie Wikipedia angibt)”. Und der türkische Stadtteilname auch, denn das ist kein Deutsches Wort. Also bleiben vierzehn, und ohne geographische Bezeichnungen sind es noch weniger …

 

Nun, @Herzwaerme erfand die Ügelonautik, und ich verschenkte die Ünimobaptik – doch es erstaunt und beschäftigt mich noch immer, daß es so wenige sind. Vielleicht, wenn ich viel Zeit habe, sehe ich mir die Situation auch irgendwann einmal bei “Ä” und “Ö” an?

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 15.05.2017 waren gute Nachrichten, etwas Fertiggestelltes, mal wieder: Soljanka.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Acht der Münzen.

© 2017 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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22 Antworten zu Wörtersuche nebenher (2017: 135)

  1. Arabella schreibt:

    Wie wär’s mit überschwinglicher Überrachung…

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  2. Ulrike schreibt:

    Wündervoll! Züberhaftig! ;)

    Ich war anfangs ebenso erstaunt, dass es nur so wenig Wörter mit Ü gibt. Heute aber, nach deiner Ünimobaptik, fing ich an, neue Wörter zu er-finden und alte zu verändern. Das macht Spaß! Das Schlimme ist nur, dass ich jetzt mein Konzept überdenken muss, für das das „Ü“ von Nöten ist…

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    • Der Emil schreibt:

      Dada war nie wirklich aus der Mode ;-)

      Ich habe eine Ahnung und sehe Akrosticha vor mir …

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      • Ulrike schreibt:

        Nein nein, im Grunde ist’s was gänzlich Banales! Aber manchmal steht man/frau eben so dicht vor einem Problem, dass die Lösung nicht mehr gesehen wird. Twitterer sind ja bekannt für gute Ideen, darum frug ich dort nach Anregung, Anschubser, Erleuchtung. Und die gab’s in Mengen, wofür ich sehr dankbar bin ;)

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  3. Ulli schreibt:

    Übermut…

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  4. Gudrun schreibt:

    Dass es so wenige Worte gibt, ist nicht verwunderlich, denn das Ü gibt es erst seit dem Mittelalter als sich die Laute von u, i, und e veränderten. Es werden auch nicht mehr werden. Untersuchungen haben ergeben, dass irgendwann das Ü und die anderen wieder verschwunden sind. Ich finde das alles wahnsinnig interessant.
    Ach ja, ein Wort habe ich gefunden, was ich noch nie gehört hatte, „überzwerch“ oberdeutsches Adjektiv für „quer“ aus dem 14. JH.
    Ach, ich hör mal lieber wieder auf mit meiner heimlichen Leidenschaft.

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  5. Pingback: Überraschung oder Wörter mit „Ü“ – Fantasia Fragile

  6. Der Emil schreibt:

    Und ich habe „üppig“ übersehen. Übel.

    *schnüff*

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  7. wolkenbeobachterin schreibt:

    Überflieger – fiele mir ein. Oder:
    Üppigkeit.

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