Eigentlich (2017: 148)

Dann aber doch anders?

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Eigentlich.

Eigentlich hätte ich allen Grund, mich lauthals zu beschweren: über die Hitze, über die Sonne, über die Leere neben mir, über das Verschweigen, über sooooo vieles … Eigentlich hätte ich wirklich allen Grund. Doch ich will es nicht tun.

Der heutige Tag begann bereits halb acht. Ich habe nicht besonders gut geschlafen. Allerdings konnte ich so die morgendliche Kühle der noch beschatteten Hausseite nutzen und frische Luft in meine Wonung lassen. Seit etwa elf laufen dann aber drei Ventilatoren und bliesen und blasen mich bzw. nasse Tücher an … Den Möbeln tut die erhöhte Luftfeuchtigkeit sogar gut: ein leicht wackelnder, weil völlig trockener Stuhl steht wieder fest. Mein Kassettentonbandgerät funktioniert auch wieder, nachdem ich den ausgeleierten Antriebsgummi durch einen passenden Haargummi ersetzt habe (ich habe mich heute getraut, in diesem Gerät herumzupfriemeln!) – allerdings hat das Teil keinen USB-Anschluß, der ist “nur” am auch ausprobierten Schallplattenspieler vorhanden. Wieso ich das ausgerechnet heute tat? Keine Ahnung.

Am Nachmittag war ich an einem der kühleren Orte der Stadt. Nein, nicht im Museum, sondern im Bahnhof. Dort, wo heute ziemlich viele Besucher des Evangelischen Kirchentags ankamen. Manche von ihnen erfüllten gleich mehrere Klischees (nein, die verrate ich nicht), andere sahen sehr normal und wieder andere sogar ziemlich hochoffiziell aus. Ja, ich saß und schmunzelte sehr ob meiner Vorurteile und Schubladisierungen, hatte mich tatsächlich errötend ertappt. Wie gut, daß ich meinen Kopf zur Kladde senken und so halten konnte, bis die Verfärbung verüberwar.

 

Ich tu mich gerade etwas schwer mit dem Wechsel von einer in eine andere Routine. Noch dazu gefällt mir die gerade verlassene mehr als die gerade wieder aufgenommene. Es ist sehr seltsam mit den Dingen, die ich mag, die ich liebe; es ist sogar für mich immer wieder verwirrend. Eigentlich könnte ich mich jetzt auch darüber beschweren und über einige Dinge, die damit zusammenhängen. Aber ich tu es nicht. Ich versuche, die schönen und guten Momente zu sammeln und hervorzuheben.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 28.05.2017 waren die morgendliche Frische, Repariertes, und sortierte Bilder.
 
Die Tageskarte für morgen ist IV – Der Herrscher.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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6 Antworten zu Eigentlich (2017: 148)

  1. petra ulbrich schreibt:

    So schön, wie du schreibst – so kryptisch ist manches für mich. Aber es scheint auch nicht von dir gewollt, dass man es verstehen soll.

    Die schönen und guten Momente in Erinnerung zu behalten ist sicherlich nicht die schlechteste Option.

    Ich schleiche davon und sage; gute Nacht und schlaf gut.

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  2. Elvira schreibt:

    Wer von sich behauptet, nicht in Schubladen zu denken, muss ein Heiliger sein. Denn so sehr wir uns auch bemühen, fremde Menschen nicht zu katalogisieren, machen wir das doch immer wieder. Ich persönlich hatte lange damit zu kämpfen, dass ein wirklich netter, weltoffener und intelligenter Mann die Blödzeitung liest. In die dafür passende Schublade gehörte er eindeutig nicht. Und dennoch…

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