Sonntagabend (2017: 155)

Ich erzähle ihr nebenbei.

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Kurz nach acht. Abends. Das Ausschlafen heute hat … nun, keine Wirkung. Ich bin schonwieder viel zu müde. Nach nur sieben Stunden wachsein könnte ich jetzt einen ausgedehnten Winterschlaf antreten, für sechs bis acht Monate einfach durchschlafen ohne dieses lästige essen und trinken und aufs Klo müssen. In der Zeit wären dann auch die Fettreserven, diese überflüssigen Pfunde, komplett aufgebraucht und abgebaut. Hach! Aufwachen und wieder schlank sein, das wär’s. Aber Winterschlaf geht sowieso nicht und jetzt schlafen geht auch nicht. Nicht heute Abend. Es wird Zeit, daß ich mich zum Ausgehen fertigmache. Um neun bin ich vor dem Kino verabredet. Mal sehen, wozu. Jaja, da gibt es mehrere Optionen: nur zum Kino, zu Kino und danach noch etwas trinken gehen, zu Kino und danach etwas trinken gehen und gemeinsam frühstücken, zu all dem ohne Kino oder aber um nur dortzustehen und nicht angesprochen zu werden. Ich rechne mit der letzten Variante. Naja, sie hat ja Bilder von mir, sie weiß ja, wie ich aussehe. Von ihr habe ich nur eine vage Beschreibung; Bilder verschickt sie nicht mehr, weil die schon zu wer-weiß-welchen Dingen genutzt wurden, für die sie nie gedacht waren. Das Treffen wird also im ungünstigsten Fall nicht stattfinden oder ein halbes «blind date» sein mit ungewissem Ausgang.

Es wird heute Abend kein einziger Film gezeigt, der mir gefallen könnte. Das habe ich dann doch im Internet nachgesehen. Nur Krach-Bumm oder Schnulze – hoffentlich schleppt sie mich in keinen davon. So, frisch rasiert bin ich jetzt und auch sonst fertig mit allem, bleibt die Frage: Was ziehe ich an? Gehh ich wie immer, mit Jeans und Shirt, oder … Es ist vielleicht besser, wenn ich … Nein, ich muß mich wohlfühlen, sonst reagiere ich viel zu steif, zu verklemmt, kann ich nicht wirklich ich sein. Es reicht, daß ich mich im Büro verkleiden soll, neuerdings will der Chef Krawatte sehen. Wie ich den Kulturstrick hasse! Also Jeans und ein T-Shirt ohne Löcher, gut so. Hey, Katze, komm! Ich hab Dir extra frisches Futter hingestellt und ein paar Leckerlis dazugelegt. Schließlich weiß ich noch nicht, wann ich wiederkomme. Bleib mir treu, Schnurrknäuel. Bis bald.

 

In den zwanzig Minuten, die ich jetzt vorm Kino stehe, habe ich noch niemanden gesehen, auf die die Beschreibung paßt. Es ist auch schon fünf Minuten nach der verabredeten Zeit. Ich glaube, das wird … Hey, nicht die Augen zuhalten, da sehe ich ja nichts!

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 04.06.2017 waren Ausschlafen, Besprochenes und ein freier, schöner Abend.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Münzen.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz

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Über Der Emil

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