Müllentsorgung (2017: 161)

Eine Menge bin ich losgeworden.

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Gerade habe ich nachgesehen: Heute bekritzelte ich 28 Seiten im Format DIN A5. Und meine Schrift ist nicht besonders groß. Ich weiß aus der Abtipp-Erfahrung heraus, wieviele Worte ich auf einer solchen Seite im Schnitt hinterlasse und wieviele Zeichen das durchschnittlich und damit in Summe sind: verdammt viele. Bekloppt. Völlig bekloppt. Denn ich kann nichts davon weiterverwenden, vorerst jedenfalls nicht, nicht ohne gründliche Überarbeitung, nicht ohne zu sortieren, zu entschärfen. Aber die Wut mußte einfach einmal heraus. Wut auf so vieles, Wut, die aus Enttäuschungen entstand, Wut über meine eigene Dummheit, über von mir gemachte Fehler. Und Ärger, Ärger auch. Seit Wochen, ja Monaten halte ich mit meiner Meinung zu bestimmtes Themen hinterm Berg; heute brauchte ich das Ventil. Also schrieb ich politisch absolut inkorrekt (ich hasse dieses Konstrukt der “political correctness”) und ohne Gegendere (Gegen-dere, wie gegen ausgesprochen; auch das …) und in Gossen- und Fäkalsprache alles nieder, was in mir gor. Und siehe: Rausschreiben hilft wirklich. Der Druck in mir hat deutlich abgenommen.

Was mache ich mit dem Packen Papier? Will ich den wirklich aufheben, überarbeiten und dann verwenden? Oder gelingt mir damit, was mir mit Papier, selbstbeschriebenem noch zumal, sonst nicht gelingt, nämlich wegschmeißen, verbrennen, zerreißen in winzigkleine Schnipsel. Es steht ja … Es steht nichts darauf, was ich aufheben … Ich bin ja froh, daß das Zeug raus ist aus meinem Kopf; warum also sollte ich es nocheinmal lesen wollen? Moment – ich schreibe hier gleich weiter.

 

Geschafft. Ich war gerade unten am Papiercontainer, habe das Altpapier entsorgt. Zwischen das hatte ich dieses bekritzelte Papier gemischt. Es ist weg. Im Container. Aus dem hole ich es ganz sicher nicht wieder heraus. (In mir allerdings ist das Stimmchen da: “Hättest Du das bloß behalten! Mensch, das hätte eine ganz gute Story werden können!”) Auch andere papierne Dinge, alte Zettel, Zeitungausrisse, Kartons und solcher Kram, sind weg. Und doch ist noch immer viel zu viel übrig, fällt mir das Aussortieren und Wegwerfen meist noch viel zu schwer. Gibt es Tricks, diese Hemmung zu überwinden?

Ach, ich versuche es morgen einfach wieder …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 10.06.2017 waren der rausgeschriebene Frust, das geschaffte Wegwerfen.
 
Die Tageskarte für morgen ist (wieder) VI – Die Liebenden.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

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Eine Antwort zu Müllentsorgung (2017: 161)

  1. fabe schreibt:

    Ich bin hier auch in einem andauernden Prozess des Los-Werdens. Jedes noch so kleine Stückchen hilft. Erreichbare Ziele sind besser als „Morgen räum ich den Keller auf“ ;-)

    Allerdings schreibe ich beständig Notizbücher voll, auch auf Reisen gerne, davon steht bisher kaum etwas online. Das ist gut so, weil bei solchen Dingen hilft die Rekonstruktion mit der Tastatur der Textqualität gut auf die Sprünge. FInd ich.

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