Welch eine Frage (2017: 167)

Hypothetisch. Aber immerhin.

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Wer trägt Schuld, wenn Überforderung zu Unachtsamkeit oder Notlügen und damit zu einem Unglück oder Ähnlichem führt?

Wer trägt diese Schuld?

 

 

Für mich ist diese Frage vollkommen hypothetisch. Aber für wieviele Menschen ist sie das nicht, wieviele Menschen leiden darunter, wenn alles, was sie tun können und nochmehr in den Augen der anderen einfach nicht genug ist. Wenn dann noch etwas geschieht, das …

Wenn ein völlig übermüdeter Bereitschaftsarzt einen Fehler macht.
Wenn ein Lastwagenfahrer in den Sekundenschlaf fällt.
Wenn eine Verkäuferin einen Pfandbon vergißt.
Wenn ein Trauerredner einen Namen verwechselt.
Wenn ein Politiker zuerst an seine eigene Tasche denkt.
Wenn mein Herz so voll ist, daß ich mit jemandem reden muß.

 

Oh, niemand muß diese Frage beantworten.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 16.06.2017 waren der Nachmittag mit der allerallerallerbesten Freundin, ein gesehener Film, eine Bestätigung.
 
Die Tageskarte für morgen ist IV – Der Herrscher.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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42 Antworten zu Welch eine Frage (2017: 167)

  1. Arabella schreibt:

    Meine Antwort: du, weil du dir nicht Zeit genug für dich genommen hast

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  2. Arabella schreibt:

    Unachtsamkeit gegenüber Anderen beruht auf Unachtsamkeit sich selbst gegenüber.
    Ich beziehe mich mit meiner Antwort auf den ersten Teil

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  3. Myriade schreibt:

    Man muss sein bestes geben, aber den Perfektionismus eindämmen. Jeder Mensch kann Fehler machen und jede/r ist für seine Befindlichkeiten selbst verantwortlich ……

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    • Der Emil schreibt:

      Nicht nur für die eigenen. Nein.

      Wo bleibt die gegenseitige Unterstützung z. B. der abhängig Broterwerbstätigen und die Unterstützung derer durch alle Menschen?

      Gefällt 3 Personen

      • Myriade schreibt:

        Das ist eine politische Kategorie. Klar ist es problematisch, Menschen die Schuld zu geben für Fehler, die sie wegen zu großer Belastung gemacht haben. Ich meinte nur die persönliche Seite: wenn ich mich über etwas ärgere, dann ist es meine Verantwortung, ob ich mich ärgere oder sonstwie auf die Situation reagiere.

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  4. volkerwiesner schreibt:

    Schuld tragen diejenigen, welche das System erschaffen haben. Wer im System nach dessen Regeln arbeitet und Erleichterungen fordert, wird sanktioniert. Der Einzelne kann für sein Versagen durch Überforderung nur eine Teilschuld bekommen – die eigene Überforderung zu erkennen ist nämlich keine Selbstverständlichkeit. Achtsamkeit ist das richtige Prinzip, erfordert aber auch ein dies erlaubendes System. Nun muss man ein überforderndes System nicht abschaffen, Überforderung ist ja von der Leistungsfähigkeit des Individuums abhängig. Und die ist unterschiedlich. Das System mit seinen Regeln prägt Überforderung mehr als die Vernunft des Einzelnen – das ist meine Meinung. Und leider sind Systeme heute am ökonomischen Erfolg und nicht am Wohl der Gemeinschaft – außer kleiner Gruppen – orientiert. Ein System, welches mit dem Versagen eines Individuums großen Schaden anrichten kann muss dann doch wenigstens genug Kontroll- und Qualitätssicherungen innehaben, um Versagen rechtzeitig zu erkennen.

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  5. Medienkanzler schreibt:

    Also ich wollte erst sagen: Da kann man sich nächtelang die Köpfe drüber heiß reden. Aber Ihr seid ja schon mittendrin…

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  6. Karl schreibt:

    Schuld ist ein verdammt großes Wort. Und Schuld zuweisen, auch sich selbst sollte man sich ziemlich lange und häufig überlegen.
    Und ich glaube nicht, dass Meister Eckhart DAS hergibt.
    Schuld kann man auf sich laden oder auch empfinden.
    Verantwortung kann man übernehmen. Das kann man aber nur selbst tun. Fordern kann man das nicht. Denn auch Verantwortung kann schwer wiegen, für manchen zu schwer. Ablegen kann dann im Zweifel auch mal gesünder sein als darunter zerbrechen.


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  7. Elvira schreibt:

    Viele Menschen in unserer Gesellschaft müssen ihr täglich Brot in Berufen verdienen, die sie sich nicht ausgesucht haben, sich nicht aussuchen konnten. Dafür gibt es Gründe, die aufzuzählen hier den Rahmen sprengen würde. Selbst Jobs, die Menschen gerne machen, können sich im Laufe der Zeit wie Fließbandarbeit anfühlen. Dazu kommt der Druck von „oben“ und der Druck, den wir uns selber machen. Wobei das „Oben“ auch einem Druck von noch weiter oben unterliegt. Wir leben in einer leistungsorientierten Gesellschaft. Immer weiter, immer höher, immer schneller. Studenten (natürlich nicht alle) nehmen Betablocker und Drogen, damit sie ihr Pensum neben dem notwendigen Job schaffen können. Meine persönliche Droge ist eine Seriensucht geworden, damit ich aus dem Alltag verschwinden kann. Der Lastwagenfahrer konnte keine Pause machen, weil ein Stau eine Umfahrung notwendig machte, die seinen vorgegeben Zeitrahmen gesprengt hat. An diesem Beispiel ist gut zu erkennen, dass es viele Schuldige gibt. Ich denke, dass Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes, egal ob man ihn mag oder hasst, uns in Fehler treibt. Vielleicht ist ein mangelndes Selbstwertgefühl „Schuld“. Vielleicht achten wir wirklich nicht gut genug auf uns. Ich denke, dass es keine eindeutige Antwort auf die Schuldfrage gibt. Das Thema hat, wie schon weiter oben in einem Kommentar geschrieben, das Potenzial für eine lange Diskussion. Denn es hat so viele Aspekte.

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    • Der Emil schreibt:

      Vielen Dank.

      Meiner Meinung nach ist die Individualisierung, Entsolidarisierung eine der Ursachen für all das, was dann nach „Schuld“ schreit …

      Und weil ich selbst allein mit der Frage/den Fragen nicht fertigwurde, habe ich sie hier gestellt.

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  8. karfunkelfee schreibt:

    Unglück geschieht durch Unachtsamkeit, besagt eine Kampfsportregel. Sie ist sehr wahr und klug, denn es ist so. Was ist Schuld? Schuld setzt eine subjektiv gefärbte Bewertung oder Meinung voraus.
    Eine sachliche Beurteilung kann helfen aus dem Unglück für die Zukunft zu lernen und die Wachsamkeit zu schulen. Eine wache und bewusste Lebensführung, die auch Irrtümer zulassen kann, führt zu einem ruhigerem Lebensgefühl. Andere erfreuen sich daran und nehmen es mit sich….
    Lose Gedanken zu einer spannenden Denkfrage.
    Dank und Gruß von der Fee✨

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  9. petra ulbrich schreibt:

    mich erdrückt diese schriftliche Diskussion – ich kann ihr nicht folgen! So manchen Gedanken kann ich aber sehr gut nachempfinden… Tut mir leid!

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