Muße zur Muse (2017: 223)

Ich und nochmal ich.

To get a Google translation use this link.

 

Heute schlief ich wieder lang, sehr lange, viel mehr Stunden als sonst. Und was soll ich sagen: Es tut mir gut. Ebensogut wie das lange Bad. Das selbstgekochte Essen (selbstgemachter Kartoffelbrei, vermengt mit Möhren und Erbsen und einer Variante der Gehacktesstippe). Da ist keine Pflicht, die ich erfüllen zu müssen glaube. Da ist keine Angst, etwas nicht zu schaffen, nicht zu erreichen. Am Abend sitze ich bei Kerzenschein am Tisch, die Feder kratzt leise über das Papier. Aus den Lautsprechern tönt leise Volksmusik, die aus dem Heimatlandstrich und solche aus den Alpen. Zuweilen scheint es mir, als sei ich in einer anderen Welt, so friedlich mutet der Moment an.

So sitze ich, pausierend. Das hat nichts zu tun mit … Falscher Anfang.

Das ist Müßiggang; und der ist nicht aller Laster Anfang, sondern bietet meinem Kopf die Zeit, einiges zu sortieren, die Phantasie flanieren zu lassen, den Träumen nachzulauschen, dies oder das zu verabschieden und Neues zu erdenken. Vielleicht ist in all diesem Getriebensein durch die übervollen Terminplaner mir genau das verlorengegangen: die Muße zu Muse, die Gelassenheit im Umgang mit Zeit und “Zielen”, also Dingen, Orten und Erfolgen, die erreicht werden “müssen” – wobei das Müssen von außen aufgedrängt zu werden scheint oder aber von falschverstandenem Anpassungszwang herrührt. Ich weiß, daß ich mich sowohl von diesem, als auch von jenem nicht gleich und wahrscheinlich auch nie ganz freimachen können werde. Aber immer freier zu werden davon, das kann ich doch wünschen und versuchen?

Dieses Vorhaben gehe ich jetzt ganz geruhsam an. Nämlich mit dieser Pause (vom #oekuweg), deren Ende ich noch nicht absehen kann. Und wißt ihr, es ist überhaupt nicht schlimm, daß ich meinen Weg in meinem Tempo zu Zeiten gehe, an denen er mir guttut. Im Moment wäre das wohl nicht so …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 11.08.2017 waren Ausschlafen, Seelebaumelnlassen auch in der Badewanne, Kochen & Essen.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Kelche.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Advertisements

Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
Dieser Beitrag wurde unter 2017, Erlebtes, Gedachtes, One Post a Day abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Muße zur Muse (2017: 223)

  1. puzzleblume schreibt:

    Auf deinem Umweg zum eigenen Weg zu finden ist auch ein Gelungenes.

    Gefällt 1 Person

  2. Sofasophia schreibt:

    Das klingt richtig richtig gut. Mich freuts sehr!

    Gefällt 1 Person

  3. offenblender schreibt:

    Das las sich schon bedeutend besser, als die Einträge der letzten Tage. In meinem letzten Kommentar meinte ich, dass die positiven Zeichen sichtbarer, klarer würden. Ich behielt recht. Fein

    Gefällt mir

  4. Follygirl schreibt:

    Gut so!
    (ich muß auch gerade so einiges überdenken..)

    https://polldaddy.com/js/rating/rating.js

    Gefällt mir

  5. natisgartentraum schreibt:

    Das ‚Müssen‘ von aussen mach ich auch nicht immer mit. Manches muss man müssen, das weiß ich. Aber den Rest den sich manche aufhalsen um ‚dabei‘ zu sein sehe ich nicht ein. Da wundern sich dann alle über Burnout und Co.

    Gefällt mir

  6. Martin Müller schreibt:

    “ Am Abend sitze ich bei Kerzenschein am Tisch, die Feder kratzt leise über das Papier. “
    Im Ernst? Feder? Papier? Oder ist das ein Stück Literatur?


    https://polldaddy.com/js/rating/rating.js

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s