Es ist etwas gewachsen (2017: 243)

Und: Es fällt mir auf.

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Nach einem Tag “ohne Ereignisse” war der heutige eher wieder normal. Nein, es ist mir wieder nichts zugestoßen, aber es geschah mehr. Ich empfand es zumindest so, und das hatte durchaus auch seinen Grund.

Auch heute gab es nichts, das mich aus der Bahn warf, nichts, über das ich mich über Gebühr aufregte, niemanden, der mich ärgerte; es ging allerdings auch nicht alles zu meiner höchsten Zufriedenheit aus. Beim Augenarzt zum Beispiel habe ich einen Termin erst in knapp drei Wochen, und vom heute Nacht versäumten Schlaf konnte ich auch nicht viel nachholen. Das alles aber war nicht schlimm – früher hätte es mich völlig aus der Bahn geworfen. Ich wäre mehrere Tage abgetaucht …

Daß mir das nicht mehr in dieser Form geschieht, das ist etwas, das ich immer öfter bemerke. Meine Resilienz scheint gewachsen zu sein, stärker geworden zu sein. So lange kenne ich den Begriff noch gar nicht, ich weigerte mich sogar lange Zeit, ihn zu verwenden, und ich weiß wirklich nicht, wieso ich mich weigerte. Dabei ist die Resilienz für mich ziemlich wichtig, hilft sie mir doch, mich auch in der Depression ihren schlimmsten Auswirkungen zu widersetzen. Meine jetzt höhere Widerstandsfähigkeit sorgt dafür, daß ich nicht so oft, nicht so schnell und nicht so tief in die Depression rutsche. Ja, es funktioniert nicht immer und nicht zu einhundert Prozent, aber es funktioniert zumindest soweit, daß ich nicht tagelang in der Losigkeit verschwinde.

Hey. Moment. Bedeutet das, daß ich geheilt bin von der Depression? Nein, das ganz bestimmt nicht, aber ihre Episoden sind nicht mehr so krass, waren lange nicht mehr lebensgefährlich, gehen seit langem ohne Vollrausch vorüber. Auch mir half und hilft, über die Krankheit, ihre Wirkungen und ihre Symptome sprechen bzw. zu schreiben. Mir hilft auch, dagegen anzuschreiben, indem ich mir seit Jahren jeden Tag drei gute Dinge/Ereignisse notiere. Eines aber, da bin ich mir sehr sicher, fehlt mir (was es ist, verschweige ich jetzt und hier, doch ein Geheimnis ist es sicher nicht).

Ich befürchte, daß sie mir erhalten bleiben wird wie z.B. der Diabetes (die?). Rückfälle werden wohl immer möglich sein, doch auch weniger wahrscheinlich werden. Egal. Im Moment komme ich ganz gut mit mir und ihr zurecht. Und es gibt viele Menschen, die daran einen nicht geringen Anteil haben … Denen danke ich hiermit.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 31.08.2017 waren Mittagsschlaf, ein schöner Traum, die Abendveranstaltung im Sender.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Münzen.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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4 Antworten zu Es ist etwas gewachsen (2017: 243)

  1. mimesfotografie schreibt:

    Danke für deine Gedanken. Den Tipp mit den drei positiven Erlebnissen ist gut … das hab ich nur auch vorgenommen

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  2. natisgartentraum schreibt:

    Es freut mich zu hören/lesen das es bergauf geht

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  3. natisgartentraum schreibt:

    Sorry, falsche Taste. Nochmal: Es freut mich zu hören/lesen, lieber Emil, das es bergauf geht. Irgend etwas fehlt einem immer. Ich finde es gut das dir das schreiben hilft, ist ja auch eine Art der Therapie. Dann drück ich dir ganz fest die Daumen das es dir weiterhin hilft und du irgendwann ganz Befreit bist davon. LG, Nati

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  4. puzzleblume schreibt:

    Als das Wort „Resilienz“ vor einiger Zeit plötzlich zur vielzitierten Mode wurde, hatte ich auch einen Widerwillen dagegen, es zu verwenden, wie sich bei mir gewöhnlich alles dagegen sträubt, wenn die Medien bei mir den Eindruck wecken, mit dem Hervorheben so banaler, aber plötzlich schick benannter Eigenschaften weitere Produkte zu verkaufen versuchen – man kennt ja die Ratgeberwelle, die auf solche Neuentdeckungen folgt.
    Trotzdem ist es gut, etwas in einem Wort zusammenfassen zu können, das man sonst nur umschreiben könnte, und weil es so unglaublich wichtig ist für die eigene Persönlichkeit, sich mit seinen bewußten und noch mehr den unbewußten Verhaltensweisen zu beschäftigen, die sich bei Schwierigkeiten jeweils durchsetzen, ist das Wort dann doch eine Denkhilfe.
    Ich selbst denke, die viel besprochene Resilienz ist eine Kombination aus bereits mitgelieferter Persönlichkeitsstruktur und den Lebensumständen, von denen die Zeitpunkte bestimmt werden, zu denen man seinen Bestand daran entwickeln kann oder daran gehindert wird, den Umgang mit Schwierigkeiten und ihre Umdeutung von der empfundenen Ausweglosigkeit in die Annahme anderer Möglichkeiten zu lernen.
    Mir scheint, dein diesjähriges Erlebnis des Pilgerns könnte das illustrieren.

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