Schattenspiel (2017: 246)

Mein heimliches Vergnügen.

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Ich kann durch das Fenster in den Gastraum sehen, durch ihn hindurch bis zur Straße hinaus, wo die dort bis etwa 1,80 m hoch als Milchglas ausgeführte Scheibe es oberhalb dieser Höhe zuläßt. Am gegenüberliegenden Fenster sitzt eine junge Frau und ist mit ihrem Smartphone beschäftigt, ihre Silhouette hebt sich deutlich vom hellgrauen Hintergrund des Fensters ab. Ja, ich sah sie schon mehrmals als Bedienung oder hinterm Tresen stehen, daher weiß ich, daß sie jung ist. Rauchend stehe ich draußen und sehe ab und zu nach ihr.

Als ich etwa eine halbe Stunde später wieder hinausgehe zum Rauchen, sitzt sie noch immer dort am Tisch am Fenster zur Straße hin. Ihre Haltung hat sich verändert, sie beugt sich nicht mehr über den Tisch. Das Telefon hat sie in der linken Hand, der schwache Lichtschein des Displays ist zu erkennen. Jetzt nimmt sie die rechte Hand vom Tisch, lehnt sich auf dem Stuhl zurück. Sie entspannt sich, ich kann es an der Silhouette erkennen. Ich ahne mehr als ich es wirklich sehe, daß sie sich …

Das Licht im Gastraum geht an, sie springt auf und läuft zur Tür, begrüßt den Hereinkommenden mit einem Kuß. Meine Zigarette ist aufgeraucht, ich drücke sie aus und gehe wieder hinein, an meine Arbeit, an den Schreibtisch. Eine kleine Phantasie nehme ich mit.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 03.08.2017 waren ein gelöstes Problem im Sender, eine kleine Phantasie, ein Abend ohne Duell zwischen Humbug und Schwachsinn.
 
Die Tageskarte für morgen ist XVII – Der Stern.

© 2017 – Der Emil. Text & Bilder unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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2 Antworten zu Schattenspiel (2017: 246)

  1. sabeth47 schreibt:

    Eine kleine Phantasie, das ist es, was uns das Leben neben aller Banalität, Brutalität, vielem Schönen hinterlässt. Eine Krume, mit der wir den Weg markieren können?
    Bin sehr geneigt, Emils „Das Gute an diesem Tag“ aufzunehmen. Wohl wissend, dass alle Vorsätze für „jeden Tag“, „jedesmal“ nach einer Zeit den Bach herunterfließen. Bei mir. Aber das soll mich nicht am Beginnen ändern.
    Ein Dank an Emil!
    Bess


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