Trivialliteratur (2017: 284)

Aus meinem Kopf geplaudert.

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Fast hätte ich heute den Anfang eines Romanes geblogt. Fast, denn nachdem ich vor dem Versinken im Badeschaum kurz hineingelesen hatte, bemerkte ich: Das geht gar nicht. Obwohl mir solche Literatur manchmal wirklich guttut, mich … ja, aus diesem Leben in eine leichte, heile Welt der Klischees und Illusionen mitnimmt, dorthin, wo alles noch stimmt und es nur Gut und Böse gibt und nicht noch Politischkorrekt, Zurechtgegendert, Sehrböse, Ganzböse, Extremböse und Terrorismusverdächtig.

Früher waren und noch heute sind das die Groschenromane oder Groschenhefte. Jede Woche erscheinen davon noch immer unzählige Arzt-, Liebes-, Krimi-, Heimat-, Seefahrt-, SciFi-, Hochzeits-, Horror-, Luftverkehrs- und sonstige Romane – wobei ich der Zuordnung zur literarischen Gattung nur selten folgen mag. Jede Woche wieder erscheinen viele Male sechzig bis hundert Seiten Unterhaltungsliteratur. Jede Woche versuchen Menschen einen Text zu verfassen, der anderen Menschen gefällt, dabei aber nicht anstrengend wird. Es darf aber in den Geschichten auch nicht allzusehr nach “Schema F” (ha, ich mußte nachsehen, woher diese Redewendung kommt) gehen, sonst werden/bleiben sie ohne Spannung. Dabei stelle ich mir die Tätigkeit als Groschen­roman­schreiberin ziemlich schwierig vor, wenn jemand damit anfangen will: Immer wieder neue, interessante Stoffe und Varianten zu finden, die realistisch genug sein müssen. Ziemlich leicht wird es wohl, wenn dann schon Routine ist: Dann hat man wohl etwas wie den Geschichtengenerator von Jutta Reichelt im Schreibtischschubkasten, eine Sammlung von Stichpunkten, Szenen, Szenerien, Nebenfiguren – vieles leicht abwandelbar, schnell verknüpfbar; dann ist das Liefern neuer Texte wohl eher schnell und einfach möglich.

Unvorstellbar ist es für mich trotzdem, Texte dieser Länge wöchentlich oder (unter diversen Pseudonymen) sogar mehrmals wöchentlich zu liefern. Denn natürlich versuche ich mich abseits dieses Blogs auch an längeren Werken und schaffe es bisher doch nicht, sie – mich zufriedenstellend – fertigzustellen. Aus der mir Freude machenden Kreativität, die ich in meine “Anfänge” packe, wird da schnell eine Mühe, wenn ich mich eben bemühe, einen Anfang fortzusetzen. Ich bin eindeutig Lustschreiber, Flowschreiber, und ganz sicher nicht ein Schreibarbeiter oder gar ein Schrift(fertig)steller; ich schaffe es nur ganz selten, mich entsprechend weitreichend zu motivieren und dann an meinen langen Projekten zu arbeiten. Ja, das läßt mich oft zweifeln an meiner Schreiberei, manchmal auch verzweifeln. Doch hält mich weder Zweifel noch Verzweiflung davon ab, kleine Anfänge werden zu lassen und Anfänge Anfänge sein zu lassen.

Und immer, wenn euch eine meiner kleinen Geschichten erfreut, freue ich mich (oft leise, sehr leise) darüber. Und deshalb sage ich euch allen immer wieder: Danke, daß ihr euch Zeit nehmt für mich.

 

Ach ja: Das Nicht-Alleine-Einschlafen gestern war wunderschön.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 11.10.2017 waren ein geschaffter Anfang, ein Bad, wieder zu zweit Schlafengehen.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Fünf der Münzen.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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4 Antworten zu Trivialliteratur (2017: 284)

  1. finbarsgift schreibt:

    Schön geschrieben…
    Liebe Morgengrüße vom Lu


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  2. natisgartentraum schreibt:

    Da freue ich mich aber für dich, über das „Ach ja….“.
    So ist das mit dem Schreiben. Manchmal kommt es nur so raus, manchmal überlegt man länger bis eine Idee am Himmel erscheint.
    Auf jeden Fall lese ich gern bei dir.


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