Wenn eines größer als alles Andere ist (2017: 290)

Brodeln im Inneren, und kein Ventil in Sicht.

To get a Google translation use this link.

 

Vorweg: Das ist nicht wirklich aktuell, sondern schon einige Zeit früher in diesem Jahr aufgeschrieben worden. Wenn es gerade jetzt so wäre, könnte ich den Text hier nicht veröffentlichen.

 

 

Ich bin wütend-zornig-angepißt – nein.

Ich bin mit mir unzufrieden und davon sehr … und setze mich deshalb selbst unter heftigen Druck. In mir brodelt es, ich könnte explodieren – doch ich bin zu keiner körperlichen Aktion, zu keinem Tun in der Lage. Das ist wahrscheinlich/mindestens eine Vorstufe der Depression, aber noch habe ich (???), sind es zu wenige Losigkeiten, noch bin ich nicht am (auch gesellschaftlichen) Funktionieren gehindert. Und doch leide ich unter eben dieser Unzufriedenheit mit mir selbst, mit meinem Handlungs(un)vermögen. Nein, es ist weder Wut noch Zorn, eher noch das Gefühl der Ohnmacht, das damit einhergeht. Weil ich eben in einigen Bereichen nicht zu den einfachsten Dingen fähig bin, die ich doch sonst immer klaglos und ohne … jedenfalls seit Jahren schon wieder ganz normal erledigen kann. — Natürlich gibt es neben dieser übergroßen Unzufriedenheit nur wenig Platz für anderes in mir. Auch und gerade daß sie eben so groß ist, das macht mich noch unzufriedener. Ihre Größe läßt sie weiterwachsen. Wohin das führen wird, frage ich mich …

Ja, es gibt einen Auslöser für diesen Zustand. Ich hatte für etwas viele Hoffnungen – nicht Erwartungen, da bin ich mir sicher. Und eine dieser Hoffnungen, eine einzige nur wurde ziemlich enttäuscht. Es war auch nichts Großes, nichts Lebens- oder Überlebenswichtiges, auch nicht das Wichtigste, nein. Aber diese eine Hoffnung erfüllte sich nicht einmal teilweise.

Es regt mich auf. Ich … Ich weiß nicht wohin mit diesem Gefühl, mit dieser Unzufriedenheit, die auch eine eigene Unzulänglichkeit bedeutet. Ich fühle. Genau. Ich fühle. Das ist gut, denn solange ich noch fühle, bin ich nicht ganz unten in der Depression. Ich weiß, daß da auch noch ganz viele andere Gefühle sind, die gerade nur verdeckt werden. Von diesem einen. Dem beherrschenden. Dem mich irritierenden. Dem, das ich jetzt irgendwie rauskotzen muß. Wenigstens hier auf das Papier.

 

 

Und heute, heute schaue ich zurück auf diese Zeit, auf diese mittlerweile vergangene Unzufriedenheit. Bei ihrer Überwindung haben mir viele geholfen, Menschen, die ich nur aus dem Internet kenne, Menschen, die ich hier und da immer mal wieder treffe, Freunde. Es nagte an mir, das Unzufriedensein, es nagte sehr heftig. Aber irgendwann konnte ich Dank der Hilfe alles wieder so betrachten, wie es tatsächlich ist und daß eine einzige unerfüllte Hoffnung für mich nicht wirklich so lebensentscheidend sein kann, wie ich es just zur Zeit der Niederschrift empfand.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 17.10.2017 waren ein gekauftes Alte-Leute-Hilfsmittel, ein Schmunzeln beim Lesen von der Unzufriedenheit, Dr. Who.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Kelche.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Advertisements

Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, One Post a Day, 2017 abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Wenn eines größer als alles Andere ist (2017: 290)

  1. puzzleblume schreibt:

    Etwas deutlich beschreiben zu können, bedeutet schon, sich ein Stück seiner Macht anzueignen, das in Worte fassen ist Aktivität, wo man sich passiv fühlte.

    Gefällt 1 Person

  2. natisgartentraum schreibt:

    Es muss ein schlimmes Gefühl sein. Etwas tun zu wollen, aber nicht können. Ich freu mich für dich das du, mit der Hilfe anderer, da raus gefunden hast.
    (Welches Alte-Leute-Hilfsmittel war es denn?😀)

    https://polldaddy.com/js/rating/rating.js

    Gefällt mir

  3. Sofasophia schreibt:

    Hey, da bin ich ja echt ganz mit dir. Kenne diese Gefühle, diese inneren Kämpfe sooo genau.

    Danke, dass du das teilst.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s