(2017: 350) Das 16. Türchen

Schneeiges Heimatgefühl.

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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen.
 
Ich wünsche all diesen Menschen und mir eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Alle meine Kerzen brennen für all jene, die Hoffnung brauchen.

 

Gestern roch es nach Schnee. Ja, es gibt dieses Aroma in der Luft wirklich, aber ich kann es nicht beschreiben. Schon von Kindheit an kenne ich diesen Geruch, diese Vorahnung von kalt und still und frisch und weiß. Und gestern vormittag roch es eben genau danach: nach Schnee.

Gegen Mittag dann kam er als Schneeregen, als naßkalte Ekelhaftigkeit. Es blieb keine Spur davon sichtbar, es blieb nur nasser Masch und Dreck auf den Straßen, Wegen und Wiesen. Und an den Fensterscheiben flossen nur Spuren von Wasser hinab. Dieses unangenehme Wetterphänomen dauerte mit mehreren Unterbrechungen hier etwa vier Stunden an.

Dann war ich unterwegs. Und es roch immernoch nach Schnee. Ich fuhr den Berg hinauf, um in den Ort im nächsten Tal zu kommen. Ich hatte gerade mal vierzig, vielleicht fünfzig Höhenmeter aufwärts geschafft, als am Straßenrand alles weiß wurde. Ganz oben blickte ich über verschneite Acker- und Wiesenflächen zum Berg zur Linken und auf die andere Seite des vor mir liegenden Tales. Schnee. Winterlandschaft. Nicht tief verschneit, aber schneebedeckt. Auch die Bäume waren bereift opder beschneit und standen weiß­glit­zernd gegen den Himmel. Ich hielt an, stand in einer Feldwegeinfahrt und schaute.

Auch die Hausdächer im Dorf waren bepudert. Und in der beginnenden Dämmerung leuchteten in den Fenstern die Schwibbogen und Lichterpuppen auf, sah ich hinter den Gardinen die erleuchteten Weihnachtspyramiden sich drehen. Dieses Dorf in dieser Stimmung und Lichterprach: Das ist Heimat. Davon brauche ich kein Foto, davon habe ich kein Foto (gemacht); das Gefühl ist mit einer Fotografie nicht weiterzutragen. Aber in mir bleibt eine erneuerte Erinnerung daran, an das Gesehene, an das Gefühlte, und an den Geruch nach Schnee.

 

Euch allen wünsche ich eine Zeit voller glücklicher Momente.

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das täglich 24 Stunden lang bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

Der Emil

P.S.: Das Gute am 15.12.2017 waren die komplette Installation der Internetzuganges, der Anblick des Dorfes, der Besuch bei den Eltern.
 
Die Tageskarte für heute ist das As der Stäbe.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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5 Antworten zu (2017: 350) Das 16. Türchen

  1. natisgartentraum schreibt:

    Ja den Geruch kenne ich auch. Oder den Geruch wenn es Regen oder noch stärker wenn es Gewitter gibt. Das ist, finde ich, der intensivste Geruch des Wetters.
    Aber ich mag es auch gerne hören, wenn ich morgens aufstehe, das Fenster öffne und es leise rieseln höre. Manche hören dieses Geräusch nicht, ich schon. Es ist ein schönes Geräusch. ❄

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  2. petra ulbrich schreibt:

    Ein schönes Heimatgefühl – und wirklich, so etwas braucht keine Bilder. Denn diese sind in deinem Inneren verankert, die kann dir niemand nehmen.


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  3. Pit schreibt:

    Mal sehen, wie es bei uns wird. Der Wetterbericht – ich schaue da jeden Morgen im Internet rein – sagt Kaelte und Niederschlaege fuer die Weihnachtstage voraus: gefrierender (Eis) regen fuer den 23. und Schnee fuer den 24. Ob’s so wird? Es ware jedenfalls eine Seltenheit hierzulande.
    Hab‘ ein schoenes 3. Adventswochenende,
    Pit
    P.S.: ich kann Schnee nicht riechen. Also muss ich mich auf den Wetterbericht verlasssen. ;)

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  4. offenblender schreibt:

    Fotos braucht das Gefühl nicht, Bilder hat es bereits. Die brauchen nicht neu gefasst werden.


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