Zusammenspinnerei (Nº 052/2018)

Pffffffffffff.

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Triggerwarnung.

 

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Ich schlafe schlecht, sehr schlecht, träume Träume, die eine Mischung aus dem Buchinhalt und der Fernsehserienfortsetzung sind. Nachts war ich wohl drei oder viermal wach, doch ich weiß nicht, ob ich das nur träumte oder erlebte. Traum und Realität der letzten Nacht sind nicht eindeutig voneinander zu unterscheiden. Am Morgen plötzlich Angst. So blöd es klingt: Angst vor … Angst vorm Krankenhaus und einer Diagnose und davor, das Klinikum nicht wieder lebend zu verlassen. Und Angst vor dem, was mit mir dort im Krankenhaus geschieht. Ich bin wie gerädert und wie gelähmt. Hab ich das mit dem rosa Kloschüsselwasser geträumt, war das real? Ist das Darmkrebs? Eine Darmperforation? In den nächsten Tagen werde ich also nicht alleine aufs Klo gehen dürfen, in eine Windel scheißen müssen, OP-Schmerzen haben, alleine sein, keinen Blog schreiben können. Vielleicht bin ich, bis ich mich endlich für den Gang ins Krankenhaus entscheide, auch schon innerlich verblutet? Aber gleich und sofort kann ich nicht los. Das geht nicht.

Schließlich habe ich doch eine Tasche gepackt. Zweimal Wechselwäsche, besser dreimal, Waschzeug, Badelatschen. Schreibkram. Meine große Reisetasche? Ach ja, die war kaputt. Und nun? Nehme ich … Scheiße. Okay, den Pilgerrucksack. Das Tablet hängt am Ladekabel. Ein Rechner wäre mir lieber. Und jemand, der mich jeden Tag besuchen kommt.

Jetzt fällt die Fassade. Jetzt ist zu sehen, daß ich viel zuwenig meines Lebens im Griff habe und viel zu viel Schein anbiete. Oder ist das garnicht so?

Ich habe den Abwasch erledigt und den Müll weggebracht. Das Bad sollte ich putzen und die Küche, doch das geht nicht. Mein Kopf hat etwas dagegen, glaube ich. Was ich bei anderen Menschen so einfach erledigen kann – Aufräumen –, das schaffe ich bei mir selbst nicht, jedenfalls nicht so, wie es notwendig wäre. Ich habe kalte Füße, kann aber das Gefühl von Socken an mir nicht ertragen. Ich fürchte mich davor, hier zuhause alleine zu sein, aber genauso groß ist die Angst vorm Krankenhaus, vor dem Verlust der Privatsphäre, vor dem Unwohlsein, das mit dem Nicht-mehr-aufs-Klo-gehen-Dürfen einhergeht. Ja, es ist auch Angst vor dem Altern, dem Altsein. Dem Verlassenwerden.

 

Ich packe jetzt weiter. Heute Abend noch oder morgen früh. Morgen früh. Morgen früh fahr ich. Ich “genieße” noch eine Nacht zuhause.

 

 

Bitte keine Fragen, keine Genesungsünsche, einfach Schweigen. Danke.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv war heute nichts.
 
Die Tageskarte für morgen ist leer.

© 2018 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

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