Anspringen muß es mich (Nº 080/2018)

Und wenn die Sätze noch so locken …

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Ich hörte heute während der Sendetechnikschicht ein paar Sätze, einen Text über einen ganz bestimmten (fiktiven?) Vogel – oder war es ein anderes Tier? Zum Glück kann ich mir das morgen nocheinmal anhören, zum Glück habe ich ja Zugriff auf das gesamte Sen­dungs­archiv. Aber ich glaube, auch danach muß ich eine eMail an den Sen­dungs­macher schreiben und ihn nach der Quelle des Textes fragen. Denn was ich da hörte, hat mich neugierig gemacht, möchte ich auch lesen können, den ganzen Text, vielleicht ein ganzes Buch. Das waren Sätze, die mich ansprangen.

Solche Erlebnisse habe ich gar nicht so selten. Ich höre oder sehe Sätze und möchte dann mehr dazu wissen. In welchem Zusammenhang wurden sie geäußert, was unter­stüt­zen, befördern, verhindern … sie im Kontext? Es vergingen schon Jahre, die ich auf der Suche nach einem Satz war, nach dem Buch, in dem der Satz vorkam. Das eine war zum Beispiel ein Satz, den ich mir einmal aus einem Buch abgeschrieben hatte. Jaja, das war noch zu tiefster DDR-Zeit, und irgendwann bestellte ich mir das Buch über das ZVAB (Das war vor vier, fünf – nein, SIEBEN Jahren! Ich bloggte sogar darüber, auch über dieses eine Stück Text, von dem ich noch immer nur vermutete, daß es aus “Liebe auf Umwe­gen” stammt.), weil ich es haben wollte; jedenfalls glaubte ich, daraufhin den notierten Satz nicht mehr aufheben zu müssen und warf die Notiz weg. Nun habe ich das Buch und weiß den Satz nicht mehr – glaube ich. Das ist vielleicht ein wenig blöd, aber nicht schlimm. Wer weiß, es kann ja sein, daß ich beim vierten oder fünften Lesen wieder darauf stoße.

 

Viele der von mir gelesenen Bücher müssen mich anspringen alleine beim Ansehen. Sonst nehme ich sie nicht wahr, nicht mit. Des Aldous Huxleys “Schöne neue Welt” nahm ich nur mit, weil ich das Buch endlich mal gelesen haben wollte; es gefiel mir äußerlich nicht und hat im Inneren ebenfalls nicht gefallen (ich schrieb davon irgendwo). Manchmal setze ich Bücher auf meine Liste, die eine meiner Leserinnen gelesen hat. Doch wenn die mich dann optisch nicht ansprechen, nicht anspringen, dann lasse ich sie stehen. Ande­rer­seits kann ich ausgesetzte (“Zum Mitnehmen!”) Bücher nur selten liegenlassen, nicht an ihnen vorbeigehen: Ich muß sie einfach mitnehmen, soviele ich kann. Unabhängig von ihrem Anblick, ihre Heimatlosigkeit verpflichtet mich sozusagen zur Aufnahme bei mir. (Ich weiß, das alles schrieb ich irgendwann hier schon.)

Bin ich wunderlich, sonderbar, kauzig gar, wenn ich nur Bücher lesen (und gutfinden) kann, deren äußere Gestaltung mich irgendwie anspricht? (Es gibt übrigens keine fixen Kriterien, es muß im Augenblick passen: Was ich heute nicht akzeptieren kann, kann mich zu einem anderen Zeitpunkt begeistern, neugierig machen, anspringen …)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 21.03.2018 waren gehörte Sätze, geleistete Arbeit, leckere Leberwurst.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Kelche.

© 2018 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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9 Antworten zu Anspringen muß es mich (Nº 080/2018)

  1. wildgans schreibt:

    Kein bisschen wunderlich oder sonderbar. Dafür lebendig, Individualist, kein bisschen Mainstream.

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  2. natisgartentraum schreibt:

    Ich finde es gar nicht komisch.
    Mich müssen Bücher auch ansprechen, sonst interessieren sie mich Null.

    Ich würde aber z.B. nie ein Buch lesen wovon ich schon die Verfilmung gesehen habe. Ich finde da geht die ganze Fantasie flöten. Anders herum, also erst lesen und dann schauen, das geht. Obwohl ich dann meist enttäuscht bin, wie weit der Film vom Buch abweicht.

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  3. diefarbeev schreibt:

    Alles gut – und ausserdem hier auch grosse Büchermitnehmliebe – gestern ganze 5 …
    Schöne Schneeglöckchen übrigens und der Wunsch für einen angenehmen Tag!

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  4. Lo von Kohlenspott schreibt:

    Alles ganz normal, immerhin wären wir schon zu Zweit, denn mir geht das mIt Büchern genauso.
    Auch, dass es jeden Tag anders sein könnte, ob mich ein Buch optisch anspringt, oder nicht.
    Was ich gar nicht mag, ist, von Hunden angesprungen zu werden – und könnten sie noch so schön sein.
    ;-)

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