Knurrende Reime (2017: 128)

Fresse halten, Wut verschlucken.

To get a Google translation use this link.

 

 

Fresse halten, Wut verschlucken,
einfach mit den Schultern zucken,
ja nicht weiter insistieren
oder gar den Mut verlieren.
Irgendwann ist jeder Mist,
wie schlimm er auch gewesen ist,
abgeschlossen und verziehen.

Aber nein, so ist es nicht!
Das, was mancher mir verspricht
von Verzeihen und Vergeben,
wird nicht geschehn in meinem Leben.
Mancher Schmerz wird nie verwunden,
nicht in Jahren, nicht in Stunden.
Aus!-Hal!-Ten! Doch ich will fliehen …

 

 

Pffffffffhhh. Manchmal macht mich meine Ohnmacht wütend, sehr wütend. So wie heute. Dazustehen, etwas vollkommen Falsches/Ungerechtes/Nichtwiedergutzumachendes sehen, mitfühlen – und keine Möglichkeit zu haben, an der Situation auch nur die kleinste Kleinigkeit zu verbessern. Als Außenstehender. Und doch ist es … nun ja, “nichts Schlimmes”.

Ja, mehr gibt es dazu heute nicht zu sagen. Weder kleinste solcher Situationen noch die ganze Welt kann ich retten.

Wütend bin ich deshalb, ja; aber eines bin ich deshalb nicht: ein Versager.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 08.05.2017 waren Ausschlafen, ein gelöstes Rätsel, Milchreis und Spiegelei.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Stäbe.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Erlebtes, Gedachtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , | 5 Kommentare

Grenzen, Regeln und Kinder (2017: 127)

Ein dankbarer Rückblick

To get a Google translation use this link.

 

Wenn mein Vater mir, nachdem ihn Mutter dazu aufgefordert hatte, eine Ansage machte und sich jegliche weitere Diskussion verbat, dann war mir klar: Hier war etwas entschieden, gegen das es kein “Aber …” mehr gab. Und ich wußte ganz genau, daß jeder Versuch, anderes zu tun, Konsequenzen haben würde. Oh ja, das habe ich oft genug auch erlebt; ab und an gab es auch noch ganz klassisch “paar auf’n Arsch”. Ansonsten hieß es, früher von draußen heimzukommen oder erst gar nicht rausgehen zu dürfen. Harte Grenzen, harte Regeln. So sehe ich es heute. Damals allerdings war das alles einfach nur ungerecht. Denn “die andern dürfen das alle” und “niemand anders muß das machen” – jedesmal, wenn ich etwas wollte oder sollte. In jenen Momenten litt ich bestimmt darunter; heute jedoch hilft mir und schon sehr oft in meinem bisherigen Leben half mir die Erfahrung von Regeln und Grenzen, das Wissen um ihre Notwendigkeit und die Notwendigkeit ihrer Aufstellung und Einhaltung.

Streng? Waren meine Eltern streng? Ganz ehrlich: Eher nicht. Ich durfte so vieles, wurde bei so vielem von ihnen unterstützt und schaffte und schaffe es nur sehr selten, ihnen meine Dankbarkeit dafür zu zeigen. Meist schaffe ich es ja (noch immer) nicht, mich im Zweiwochenrhythmus bei ihnen zu melden. Auch dafür gibt es Gründe, sicher. Nur bin ich mir darüber noch nicht ganz – nein: überhaupt noch nicht klar. Doch ich weiß, daß sie mir mitgaben oder mindestens vorbereiteten, was mich all die Jahre überleben ließ, mir immer wieder half, Dinge zu bewältigen.

Wenn ich dann heutzutage sehe, wie Kinder mit ihren Eltern umspringen, dann rollen sich mir nicht nur meine Fußnägel auf. Nein, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Was die (Entschuldigung!) Rotzgören für Ansprüche und Erwartungen haben!? Und wehe, die Eltern sagen, daß etwas unter dieser oder jener Bedingung erlaubt werde: Das ist eine Erlaubnis, die Bedingungen werden auf keinen Fall eingehalten und müssen auch keinesfalls eingehalten werden! Ja, da verstehe ich, daß Eltern verzweifeln, krank werden, die Erziehung nicht mehr bewältigen können. Da verstehe ich, daß die “Vorbilder” aus “GNTM”, “DSDS”, “Youtube” und den restlichen Sendungen der Privaten Fernsehsender zu völlig überzogenen Erwartungen der Kinder führen, die dann von den Eltern einfach nicht erfüllt werden können. Weil da kein Stückchen Realität mehr bleibt.

 

Ich bin froh, daß es in meiner Jugendzeit, also vor 1983, noch auf persönliche Kontakte ankam, daß ich noch zu Freunden hingehen, mich mit ihnen treffen mußte, daß ich mich höchstens mit Büchern aus der Welt stehlen konnte, und auch das nicht für so lange Zeit, wie es heutzutage vielfältig möglich ist. Ich bin froh, daß mir meine Eltern noch Grenzen setzen konnten und mich darauf vorbereiteten, daß ich in meinem ganzen Leben Grenzen beachten, Regeln und Vereinbarungen einhalten mußte und muß. An den heutigen Kindern (zumindest an einigen von ihnen) würde ich einfach verzweifeln und zugrundegehen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 07.05.2017 waren ein ruhiges Frühstück, Erinnerungen, die aufrechterhaltene Beherrschung.
 
Die Tageskarte für morgen ist dieKönigin der Stäbe.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , | 5 Kommentare

Was der Sonnabend wurde (2017: 126)

Zwei Wetterbilder

To get a Google translation use this link.

 

Am Morgen kurz vor acht Uhr waren es ganze 7 °C – und es war trüb und sah nicht nach gutem Wetter aus:

 

Blick auf einen bewaldeten Berg, drüber nur Grau und (ganz leichter) Niesel bei 7 °C (um 8 Uhr).

Blick auf einen bewaldeten Berg, drüber nur Grau
und (ganz leichter) Niesel bei 7 °C (um 8 Uhr).

 

Mit derselben Kamera (na gut, mit demselben Telefon) und unveränderten Einstellungen wurde auch das zweite Bild gemacht. Zehn Stunden später schien die Sonne richtig warm (das in der Sonne liegende Thermometer zeigte über 32 °C an), der Himmel war sehr blau mit einigen weißen Wolken darinnen:

 

Blick auf einen bewaldeten Berg, drüber blauer Himmel und (wenige) Wolken bei 32 °C (in der Sonne um 18 Uhr).

Blick auf einen bewaldeten Berg, drüber blauer Himmel
und (wenige) Wolken bei 32 °C (in der Sonne um 18 Uhr).

 

Auch mir ging und geht es heute wieder besser. Was mir auf die Nieren schlug, ist ersteinmal wieder vorbei/in Ordnung – und das macht sich sehr deutlich bemerkbar. Manchmal ist es eben doch sehr einfach, dieses Leben …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 06.05.2017 waren beantwortete Fragen, der Wetterwechsel, ein schön zu werden versprechender Abend.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Neun der Stäbe.

© 2017 – Der Emil. Text & Bilder unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Erlebtes, Gesehenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Die Worte am Freitag (2017: 125)

Andres geht nicht.

To get a Google translation use this link.

 

Alles Gewohnte scheint heute ungewohnt zu sein.

Draußen ist Nebel – oder aufliegende Wolken? – mit Nieselfeuchte. Und müde bin ich. Und wenn ich dann noch feststelle, daß die vergangene Liebe eben nicht vergangen ist … Sondern noch immer in mir brennt, mich ausbrennt & schön ist? Dann überkommt mich Melancholie. Die ist anders als alle Losigkeit, denn Melancholie hat Sehnsucht und Liebe und traumhafte Erinnerungen.

Heute möcht ich malen können: Tränen des Himmels auf meine Sehnsucht, Traurigkeit neben Glück. Alles in Dunkelschwarz, gut erkennbar. Voneinander getrennt, verschieden, und doch ineinander übergehend, verlaufend, verwischt. Und jetzt gibt es bestimmt Leserinnen und Leser, die mich in einer depressiven Phase vermuten. Nein, das bin ich gerade nicht; es geht mir echt gut. Und doch habe ich manchmal eine Anwandlung. Das ist … Das ist wie wenn ich als Nicht-Katzenpersonal dringend eine Katze zum Kuscheln brauche. Aber ich habe keine. Dann bau ich mir eine Ersatzkatz aus Heizkissen und Webpelzfutter der Winterweste z. B.

 

Webpelzfutter um ein Heizkissen gelegt. Zusammengerollt und eingeschaltet hatte ich die Ersatzkatze auf dem Bauch liegen und gekrault.

Webpelzfutter um ein Heizkissen gelegt. Zusammengerollt und eingeschaltet hatte ich die Ersatzkatze auf dem Bauch liegen und gekrault.

 

Die meisten der Sätze schrieb ich schon bei Twitter, so oder etwas anders … Manchmal ist ein Freitag eben kein Freudentag für mich. Und der heute begann … nun ja, etwas nachdenklich und wurde nicht viel besser. Es geht mir gut, ich bin nicht depressiv oder irgendwas; ich kenne meinenn Körper und dieses Spiel genau. Heute jedenfalls hätte ich sie auch gebraucht, meinen Katzenersatz. Mir ist etwas auf die Nieren geschlagen, wirklich: Schmerzen in diesen Bereich und Schüttelfrost und Frieren allgemein. Deshalb kommt heute nicht mehr …

 

 

Manchmal ist der beste Weg der einzig verfügbare, egal, wie beschissen er auch sein mag oder sich anfühlt.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 05.05.2017 waren 10 GB Datenvolumen für vier Wochen geschenkt, ausgesprochene Wahrheiten, die Möglichkeit zum Rückzug.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Kelche.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Geschriebenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 3 Kommentare

Mehlklumpen am Donnerstag (2017: 124)

Doch es gab nicht nur Soße.

To get a Google translation use this link.

 

Heute brauchte ich dringend eine helle Mehlschwitze. Naja, dunkle ist mir vertrauter und läßt meine Rauchmelder schneller ertönen, wie ich bereits mehrmals ausprobierte. Aber es war eine helle nötig. Nein, nichts mit Soßenbinder oder gar einrührfertigem Soßenpulver, richtig aus Mehl und Butter sollte sie sein. Genau die kam zuerst in den Topf und zerlief ganz langsam, dann wurde Mehl hineingesiebt und -gerührt. Ein Weilchen wurden Butter und Mehl zusammen erhitzt. Leider hatte ich beim Ablöschen mit Fond nicht den richtigen Schneebesen und wurde ein wenig abgelenkt, so daß ich die entstehende Grundsoße wegen der verbleibenden Klumpen noch durch ein Sieb pressen mußte. Und dann kamen Milch, Meerrettich aus dem Glas, weil es keinen frischen gab, etwas Zitronensaft, Salz, Pfeffer, ein Hauch Senf, eine Prise Zucker und natürlich noch mehr Bratenfond vom Eisbein (ungepökelt) dazu, ohne auf irgendwelche Mengenangaben zu achten, sondern nur nach Geschmack. Wasabi war – zum Glück! – nicht im Haus, sonst …

Daß ich meine Meerrettichsoße auch gerne mit etwas Weißwein anrühre, verwundert sicher niemand, aber es stand eben keiner zur Verfügung. Sie war mir trotzdem wunderbar lecker gelungen, nicht gar so scharf als sonst, aber einfach köstlich. Zur Meerreettichsoße gab es Eisbein, ungepökelt, welches scharf angebraten wurde und dann schön langsam durchschmurgeln konnte, Sauerkraut mit Speck und Klöße. Allerdings waren die, dann doch meiner Faulheit und dem Vorhandensein von fertiger Kloßmasse im Kühlschrank geschuldet, nicht ganz selbstgemacht. Und auch keine gerösteten Weißbrotwürfel waren darin versteckt. Wenn das Eisbein nicht so lange Garzeit gebraucht hätte …

Jedenfalls bin ich satt. Richtig satt. Und leider ist nichts mehr übrig außer ein wenig Sauerkraut, das es vielleicht aufgewärmt zur gerösteten/getoasteten Graubrotscheibe gibt …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 04.05.2017 waren halbwegs Ausschlafen, leckeres Essen, ein vergnüglicher Nachmittag und Abend.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Kelche.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , | 8 Kommentare

Alte Worte (2017: 123)

Teezeremoniell, ein Teil davon

To get a Google translation use this link.

 

 

Tante Erdmute sitzt mir gegenüber in einem Fauteuil. Ja, sie legt viel Wert auf solche altmodischen Bezeichnungen: Chaiselongue, Oheim, Base, Vetter, Vertiko, Paletot, Paravent und – und von dieser Sorte hat sie noch viel mehr in ihrem Sprachwortschatz, die sie tagtäglich benutzt. Manchmal kommt sie mir vor wie aus der Zeit gefallen. Also aus ihrer Zeit in die unsere. Wer würde wohl den größeren Schock erleiden: ein Mensch, der aus der Vergangenheit in die Zukunft gelangt oder eine Person, die aus der Zukunft in die Vergangenheit reist? Da müssen nur etwa fünf oder sechs Generationen dazwischhenliegen. Ach, meine Gedanken schweifen schonwieder ab von dem, was hier in der Bibliothek passiert. Inzwischen hat er bereits Tee serviert. Tante Erdmute hat seit ihrem Geständnis kaum gesprochen, sie scheint sich selbst damit überrascht zu haben und jetzt einiger Sammlung und Erholung zu bedürfen.

Schweigend beginnt nach allen Regeln der Etikette, wie sie wohl um 1900 üblich war, das nachmittägliche Zeremoniell. Von mir wird nicht viel erwartet, aber auch das Wenige ist oft schwer gewesen. Deshalb besuche ich sie auch nur noch selten, seit … Mit der Zeit wurde sie, die resolute Dame, nämlich nicht nur älter, sondern auch wunderlich. Und doch färbt ihre Sprache jedesmal auf mich ab, wenn ich bei ihr bin; ich selbst spräche ja eher von “schrullig” oder gar “bekloppt”, nicht jedoch von wunderlich. Was ich mir allerdings von ihr abgeschhaut habe und was mir bei der Benützung der Bibliothek immer gute Dienste leistet, ist meine Vorliebe für die Frakturschrift und Deutsche Handschrift. Jetzt allerdings muß ich erst die vorzüglichen Kekse loeben und mich artig bedanken. » Mein Junge, ich muß mich bei ihnen entschuldigen. Ich sollte meine Gäste, und noch dazu meine gern und viel zu selten geseehenen Gäste nicht mit meinen alten Geschichten langweilen. « Die standesgemäße Antwort darauf lautet wie immer, daß dies keeineswegs der Fall wäre – und das entspricht in diesem Falle sogar der Wahrheit. Denn dieses kleine Geheimnis, diese Trauer um eine nie getraute Rebellion, nie hätte ich etwas derartiges vermutet. Nie hätte ich geglaubt, daß auch und gerade sie, die hochfeine Tante Ermute, etwas anderes in ihrem Leben bereut als den Verlust einiger Bilder.

Allerdings blieb das für diesen Nachmittag die einzig interessante Begebenheit. Und es würde auch für eine lange Zeit das letzte wirklich spannende Gespräch gewesen sein. Doch davon ahnen wir alle drei noch nichts.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 03.05.2017 waren die fertige Sendung Jojo (beinahe vergessen!), ein umgesetzter Plan, leckerer Burger.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Neun der Münzen.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Geschriebenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare

Entschieden durch Entscheidungsvermeidung (2017: 122)

Aber ich stelle mir das alles ja nur vor.

To get a Google translation use this link.

 

 

» Ich stelle mir vor … Ich wünsche mir … Nein, besser stelle ich mir nur vor, daß ich … daß ich in der Zeit zurückreisen könnte und eine, nur eine einzige falsche Entscheidung korrigieren dürfte. Nur ein einziges Mal nämlich hätte ich den Mut und den Willen haben müssen, um gegen alle Konventionen, “Verpflichtungen”, die ich zu haben glaubte, zu verstoßen und meinem Herzen folgen müssen. Wer weiß, wie mein Leben dann geworden wäre. Ich stelle mir oft vor, daß ich überhaupt eine Entscheidung getroffen hätte. Ich stelle es mir vor, daß ich diese Entscheidung anders treffen konnte und mein ganzes Leben dann eben ganz anders geworden wäre. — Warum nun gerade diese eine Entscheidung? Hätte ich … Oh nein, ich will es mir ja vorstellen. Ich habe also auf alles gepfiffen, was “die Familie” von mir erwartete. Ich war nicht die folgsame Tochter, die sie haben wollten. Ich habe auf das ganze verdammte Erbe verzichtet. Und nie wieder hatte ich all diese Lasten am Bein, die mich so drückten, nie wieder dieses Gefühl, genügen zu müssen – und zwar allen Ansprüchen genügen zu müssen. Denn ich habe mich für ihn entschieden. Bin augebrochen aus dem vorgezeichneten Weg von Kindern und … nun ja, auch anderem Mann. Ein einziges Mal nur habe ich genau das getan, stelle ich mir vor, was ich wollte, was wirklich ich selbst wollte. Nicht das tat, von dem ich annahm, daß alle anderen es von mir erwarten. Denn ich hatte mir ihn ausgesucht. Ihn. Hatte nicht reagiert, sondern selbst agiert. Meines gemacht. Und deshalb anders, nein, deshalb gelebt.

Damals habe ich mich nicht entschieden. Keine Entscheidung getroffen und also doch mich zumindest gegen mein Leben entschieden. Aber gut, ich stelle mir das alles ja nur einmal vor. «

Mit einer stumme Geste bat mich Tante Erdmute endlich, in einem Lehnstuhle platzzunehmen.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 02.05.2017 waren Soljanka, geschaffte Hausarbeit, abgeschlossene Vorbereitungen.
 
Die Tageskarte für morgen ist das As der Schwerter.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Geschriebenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

Gegen den Strom (2017: 121)

Ein anderes Zeitziel.

To get a Google translation use this link.

 

Zu schnell. Wie so oft. Viel zu schnell. Aber so ist es nunmal bei mir. Vielleicht kann ich irgendwie trainieren, daß das irgendwann nicht mehr so ist, wie es jetzt ist? Klingt das nicht seltsam heutzutage, wo es doch immer um “schneller – höher – weiter” geht, daß es eben nicht schneller sein soll?

Ach, was zu schnell ist? Sucht es euch aus: trinken, vergessen, glauben, ablehnen, ejakulieren, aufgeben, Ratschläge erteilen, kaufen, essen, lesen …

Es ist so vieles, das mir zu schnell geschieht. So vieles …

 

Nicht alles läßt sich ungestraft (oder gar beliebig) beschleunigen oder verlangsamen. Aber langsamer, verzögert, länger dauernd ist oft genußvoller und besser überlegt. Jedenfalls bei mir.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 01.05.2017 waren die geschaffte Frühschicht, das Miteinanderreden, das dem Ärger aus dem Weg gehen.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Bube der Münzen.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Gedachtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Tagesaktuell (2017: 120)

Aprilende zu Walpurgis.

To get a Google translation use this link.

 

 

Nicht Sonne, nicht Regen, nicht Schnee
hatten mir den April verdorben.
Es war die Angst, Dich verloren zu haben.

Ein 28er nach Helmut Maier.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 30.04.2017 waren gute Nachrichten, geschaffte Hausarbeit, sichere Planung.
 
Die Tageskarte für morgen ist X – DasRad des Schicksals.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Erlebtes, Geschriebenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Zur Illustration notwendig (2017: 119)

Nachtrag zum gestrigen Segen.

To get a Google translation use this link.

 

Ich weiß, daß das Folgende wirklich unglaublich klingt. Aber ich schwöre, daß es sich genau so zugetragen hat!

 

In der Livesendung gestern Abend sprach ich davon, daß ich auf dem Weg zum Radio an zwei “Zum Mitnhemen”-Kisten vorbeikam, voller Bücher und CDs und MCs. Wollte ich anfänglich noch sortieren, so entschloß ich mich dann doch, die Tonträger alle mitzunehmen und von den Büchern auch drei, nein, vier. Nur eines davon (es sind Sagen von Baschow, da bin ich sicher, 153 Seiten – eher noch zwei oder vier mehr – mit Klammerheftung, in erbärmlichem Zustand, alles vor S. 5 fehlt, und auch hinten fehlt midestens ein Kartoneinband) sah ich mir an, und aus dem las ich dann auch das Vorwort live in der Sendung. Die anderen Bücher blieben im Rucksack. Die CDs und MCs sortierte ich neu und ordentlich in einen Beutel, die hatte ich alle in der Hand währen der Schicht Sendedienst am Nachmittag.

Nach einem Buchfink, der von 20 Uhr bis 21 Uhr live aus dem Studio drei am Unterberg in Halle gesendet wird, brauche ich immer noch eine knappe Stunde Nachbereitung. Ich muß ja aufräumen, einpacken, die Aufzeichnung für die Wiederholung bearbeiten, für gute Freunde eine nachhörbare Version hochladen. Gestern dauerte das sogar etwas länger, weil eben neben meinem normalen Kram noch egfundene Bücher im Rucksack waren. Und zu allem Unglück verspätete sich eine Straßenbahn, so daß der Anschluß auf dem Marktplatz weg und ich erst 20 Minuten später als geplant zuhause war.

Dort endlich sortierte ich auch die Bücher. Sah mir die drei bisher ungesehenen an, nachdem ich meine eigenen, für den Buchfink mitgeschleppten auf ihren Plätzen verstaut hatte. Aus einem der beiden großformatigeren Bücher fiel eine … Hm, eine Art Kunst- oder Grußpostkarte, nahm ich an. Mit Mini-CD übrigens! Und genau diese Karte, DIN A4, zweimal gefaltet, ließ mich zweieinhalb Stunden nach der Veröffentlichung meines gestrigen Blogtextes, jaja, der mit dem Irischen Segen, staunend erstarren:

 

Aufgefaltete Grußkarte “Geh Deinen Weg”; rechtes Drittel Vordeseite mit halb sichtbarer Mini-CD (ein Allee-Bild), Mitte Rüseite mit Textteil und Herstellerangaben (Vorderseitenbild setzt sich fort), linkes Drittel blanko.

Aufgefaltete Grußkarte “Geh Deinen Weg”; rechtes Drittel Vordeseite mit halb sichtbarer Mini-CD (ein Allee-Bild), Mitte Rüseite mit Textteil und Herstellerangaben (Vorderseitenbild setzt sich fort), linkes Drittel blanko.

 

Aufgefaltete Grußkarte “Geh Deinen Weg”; linkes Drittel mit halb sichtbarer Mini-CD, Mitte und rechtes Drittel der Text von gestern unter der Überschrift “Irischer Segen aus dem Jahre 1692”.

Aufgefaltete Grußkarte “Geh Deinen Weg”; linkes Drittel mit halb sichtbarer Mini-CD, Mitte und rechtes Drittel der Text von gestern unter der Überschrift “Irischer Segen aus dem Jahre 1692”.

 

An einem Text von 1692 hat wohl kein Urheber mehr Rechte. Und die beiden Bilder lasse ich so klein. Denn vielleicht glaubt der Kartenhersteller, daß ich diesen Vorfall nicht hätte illustrieren müssen. Meiner Meinung nach ist es aber notwendig.

Doch wie kann soetwas passieren? Einen uralten Text, den ich mir um 1995 einmal speicherte (ich weiß, irgendwo aus dem Internet, wahrscheinlich aus dem usenet, in dem ich früher viele Gruppen der de- und de.alt-Hierarchie abonniert hatte), grub ich gestern aus meinen Uraltdaten aus. Ich fand ihn so schön und wahr, deshalb teilte ich ihn mit euch. Und ohne es auch nur ansatzweise zu bemerken, finde ich ihn weit vor der Gestaltung des Beitrages auf der Straße, diesen alten Irischen Segen (der, wie ich vorhin entdeckte, auch “Die Priester” als Text eines Stückes auf dem Album “Rex Gloriae” verwendeten). Und entdecke ihn erst kurz vor Mitternacht. Diese sonderbare Begebenheit war es mir wert, nocheinmal über genau diesen uralten Text zu schreiben.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 29.04.2017 waren ein sehr angenehmer Gedankenaustausch, ein wenig Spöttelei, die nachlassende Verwunderung.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Schwerter.

© 2017 – Der Emil. Text (nicht die Bilder und nicht das Video) unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , | 7 Kommentare

Ein Irischer Segen (2017: 118)

Es hat sich seit 1692 wenig geändert.

To get a Google translation use this link.

 

Weil er mir gefällt. Ich mache mir auch nicht die Mühe, den einen Satz zu “Lebe in Frieden mit der Welt, wie du sie jetzt für dich begreifst.” umzuformen, obwohl das einfach wäre. Mir scheint, daß sich seit 325 Jahren nur wenig geändert hat …

 

 

Geh deinen Weg ruhig – mitten in Lärm und Hast, und wisse, welchen Frieden die Stille schenken mag.

Steh mit allen auf gutem Fuße, wenn es geht, aber gib dich selbst nicht auf dabei.

Sage deine Wahrheit immer ruhig und klar und höre die anderen auch an, selbst die Unwissenden, Dummen – sie haben auch ihre Geschichte.

Laute und zänkische Menschen meide. Sie sind eine Plage für Dein Gemüt.

Wenn du dich selbst mit anderen vergleichen willst, wisse, daß Eitelkeit und Bitterkeit dich erwarten. Denn es wird immer größere und geringere Menschen geben als dich.

Freue dich an deinen Erfolgen und Plänen. Strebe wohl danach weiterzukommen, doch bleibe bescheiden. Das ist ein guter Besitz im wechselnden Glück des Lebens.

Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften. Die Welt ist voller Tricks und Betrug. Aber werde nicht blind für das, was dir an Tugend begegnet. Sei du selbst – vor allem: heuchle keine Zuneigung, wo du sie nicht spürst. Doch denke nicht verächtlich von der Liebe, wo sie sich wieder regt.

Sie erfährt soviel Entzauberung, erträgt soviel Dürre und wächst doch voller Ausdauer, immer neu, wie das Gras.

Nimm den Ratschluß deiner Jahre mit Freundlichkeit an. Und gib deine Jugend mit Anmut zurück, wenn sie endet.

Pflege die Kräfte deines Gemüts, damit es dich schützen kann, wenn Unglück dich trifft, aber überfordere dich nicht durch Wunschträume. Viele Ängste entstehen durch Enttäuschung und Verlorenheit.

Erwarte eine heilsame Selbstbeherrschung von dir. Im übrigen aber sei freundlich und sanft zu dir selbst.

Du bist ein Kind der Schöpfung, nicht weniger als die Bäume und Sterne es sind. Du hast ein Recht, hier zu sein. Und ob du es merkst oder nicht – ohne Zweifel entfaltet sich die Schöpfung so, wie sie es soll.

Lebe in Frieden mit Gott, wie du ihn jetzt für dich begreifst. Und was auch immer deine Mühen und Träume sind in der lärmenden Verwirrung des Lebens – halte Frieden mit deiner eigenen Seele.

Mit all ihrem Trug, ihrer Plagerei und ihren zerronnenen Träumen –
 
die Welt ist immernoch schön!

 

 

Mehr habe ich heute nicht zu sagen …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 28.04.2017 waren Geld auf dem Konto, Verstehen, leckere gefüllte asiatische Teigtaschen mit leckerer asiatisch-scharfer Soße, der Buchfink.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Schwerter.


Veröffentlicht unter 2017, Geglaubtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , | 9 Kommentare

Eine Bibliotheksszene (2017: 117)

An den Zeiten muß ich wohl noch arbeiten.

To get a Google translation use this link.

 

 

Er, der schon seit meinen Kindertagen hier im Hause war und noch ist und den ich nur mit Anzug und Fliege kenne (ich bin mir nicht sicher, ob er außer dem, was er trägt, noch andere Kleidung besitzt, denn auch mitten in der Nacht tauchte er in meinen Kindertagen immer so gekleidet auf, also mit Anzug und Fliege), er führt mich heute in das Zimmer, das “die Bibliothek” genannt wird wegen der Regale voller einstaubender Folianten darin, die, wie ich auch noch aus Kindertagen weiß, aber zu einem Gutteil nur Atrappen waren oder sind, also Buchdeckel und Buchrücken aus Leder, dazwischen aber ist immer nur einen leerer Pappkarton, auf dessen sichtbare Flächen haarfeine Linien gemalt wurden, damit die Illusion von Buchseiten aufrechterhalten bleibt. Mich in einen der ebenfalls hier stehenden Lehnstühle zu setzen, wage ich nicht; denn das ist erst schicklich und erlaubt, nachdem sich die hoffentlich bald erscheinende Dame des Hauses gesetzt und mich zum Platznehmen aufgefordert hat. Wie ich diese altmodische Etikette, diese gekünstelte Höflichkeit im Benehmen mittlerweile hasse!

Als Kind war ich aber gerne zu Gast in diesem Haus, denn es erschien mir damals fast ein Schloß zu sein mit seinen vielen Zimmern und den reichvertierten funklen Schränken und den Geweihen und Gehörnen und all den Bilden an jedem nicht zugestellten Fleckchen Wand. Damals schien mir auch das “ausgesuchte” Benehmen eines zu sein, das in so einem Hause als einziges akzeptiert werden kann, und so spielte ich dabei mit, mit all denn “bitte” und “danke” und Knicksen und Verbeugungen. Wie oft stellte ich mir dann auch vor, daß es in diesem Haus geheime Türen und dahinter verborgene Geheimgänge und -Kabinette geben muß! Auf der Suche danach entdeckte ich als acht- oder zehnjähriger Lausbub eben jenes Geheimnis der Bibliothek und ihrer “Bücher”, denn ich versuchte jedes einzelne erreichbare Buch zu bewegen, um die von mir herbeigesehnte Geheimtür, die ich mir auch nur als in die Wand hinein und dann zur Seite gleitendes Bücherregal vorstellen konnte, endlich zu finden und durch sie hindurch den eintönigen Nachmittagen zu entkommen, beinahe immer nach dem Tee mit diesen gräßlich trockenen Keksen, die immer so “vorzüglich” genannt werden mußten und einen besonderen Dank für die Großzügigkeit erforderten, mit der dieses Gebäck extra für mich aus einem fernen Lande importiert worden war. Diese Unannehmlichkeit wurde aber von all den vermuteten Geheimnissen des Hauses, von all den Geschichten, die es in meinem Kopf weckte, mehr als wettgemacht. Vor allem deshalb war ich gerne in diesem Haus gewesen.

Heute kommt mir ziemlich Vieles in diesem Haus schäbig vor, ein wenig muffig sogar; und was die dunklen, reich verzierten Schränke früher an Wundern zu verbergen versprachen, sind heute nur noch in naher Zukunft auf mich wartende Lasten, um deren Verwertung und Beseitigung ich mich als einzig noch lebender Verwandter der Dame des Hauses werde sorgen müssen. Heute gehe ich an den betrügerischen Folianten in den Regalen vorbei, bleibe vor den gerahmten Drucken – Drucke, ja, nur Drucke und keine Gemälde hängen an den Wänden – stehen und frage mich, welche Lügen sich mir noch offenbaren werden, wenn ich in hoffentlich nicht allzunaher Zeit mich mit allem werde genauer zu befassen haben. Oder dürfen? Oh, wenn ich etwas darf, dann macht es gleich viel mehr Spaß, das habe ich mir aus den Kindertagen erhalten; und aus der Angst vor allen zu erwartenden Unwägbarkeiten wird plötzlich wieder die Neugier auf das noch Unentdeckte, das schamhaft Verschwiegene, das ach so Profane der vielen Jahre, das ich alles nie wirklich fand und nur so wenig kenne.

Und noch immer bezeichne ich es für mich als Hereinrauschen, wenn die Dame des Hauses, wenn Tante Erdmute mit früher großer Geste, jetzt vorsichtig trippelnd den Raum betritt …

 

 

Viel Arbeit. Viel harte Arbeit liegt da noch vor mir. Und nein, das hier Geschriebene kann ich nicht in kürzeren, einfacheren Sätzen ausdrücken …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 27.04.2017 waren Geschriebenes, erledigte Hausarbeit und Faulenzen.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sieben der Kelche.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Geschriebenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Symbolbild (2017: 116)

Seelenlage

To get a Google translation use this link.

 

Teilweise vergitterte, teilweise eingeschlagene, teilweise zugemauerte Fenster an einem Ziegelbau in einem Hallischen Hinterhof. Der Putz ist großflächig abgeblättert.

Hinterhofhaus in Halle (Saale).
Teilweise vergitterte, teilweise eingeschlagene, teilweise zugemauerte Fenster an einem Ziegelbau in einem Hallischen Hinterhof. Der Putz ist großflächig abgeblättert.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Ansehen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 26.04.2017 waren frühe Arbeit, gute Aussichten, Verzeihen.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Kelche.

© 2017 – Der Emil. Bild unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter Gesehenes | Verschlagwortet mit , , , | 11 Kommentare

EIN Liebeslied (2017: 115)

Welches von den unzähligen, die ich kenne?

To get a Google translation use this link.

 

Es sind zuviele Liebeslieder die ich kenne. Vom “Geh zu ihr und laß Deinen Drachen steigen” der Puhdys über die “Jugendliebe” von Ute Freudenberg, “Gabi wartet im Park” von Udo Jürgens und “Wir gehören doch zusammen” von Western Union und vielen Liedern von den Crystalairs und … und … und…

Doch ein ganz anderes wähle ich aus für den Aufruf – die Welt braucht mehr Liebe – Blogger spielen Liebeslieder. Ich sah dieses erste Konzert von Wolf Biermann, das er in der veränderten DDR gab, im Fernsehsender elf99. Dieser Moment, da er seine Ex-Frau, nein, Lebensgefährtin Eva-Maria Hagen zu sich auf die Bühne rief und dann … Dann sangen sie gemeinsam dieses Lied von Bulat Okudschawa:

 

 

Kein klassisches Liebeslied, so vom Text her? Nein. Und doch eines über Liebe, viel Liebe, besondere Liebe. Uns so spielte auch ich ein Liebeslied, jetzt, hier, für Arabella und die ganze Welt. (Irgendwo schrieb ich mal einen Brief an Biermann, irgendwann. Vielleicht veröffentliche ich den auch noch{mal} hier.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 25.04.2017 waren der Nachmittag im Sender, halbwegs gute Nachrichten, leckerer Gemüseeintopf (aufgewärmt schmeckt eben besser).
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Schwerter.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , | 5 Kommentare

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort. (2017: 114)

Zumindest vor dem ohne wirklichen Klang.

To get a Google translation use this link.

 

 

 

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

Aus: Rainer Maria Rilke. Die frühen Gedichte. (Gefunden auch auf dieser Webseite.)

 

 

Noch ein Gedicht. Gestern schon und heute wieder. Warum denn nur?

Wegen der Sprache. Denn die erzeugt in mir, was die Lyrik, die Poesie ausmacht. Es sind nicht die Worte und ihre vielfältigen Bedeutungen und Beziehungen zueinander. Da ist mehr, viel mehr als nur das in der Poesie. Da entfaltet sich vor meinen inneren Ohr eine Melodie (wie die Sprachmelodie in dem Video) und vor meinem inneren Auge entsteht ein Bild. Manchmal ist es abstrakt, doch jedes der Bilder hat einen Geruch. Also hat – für mich – auch jedes (“wahre”) Gedicht ein Odeur. Dieses hier riecht nach einem vom Regen gelöschten Feuer in genau dem Moment, da die Tropfen zu fallen aufhören.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 24.04.2017 waren Schritte in der Stadt, Gespräche über das Netz und im Leben draußen, Poesie am Abend, Gemüseeintopf.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Münzen.

© 2017 – Der Emil. Nur eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2017, Geschriebenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , | 5 Kommentare