Sie hält (2017: 276)

Feiertag? Wie jetzt …

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Aha. Nein, den Verlust meines Heimatlandes feiere ich nicht. Aber das wißt ihr ja schon. Und so habe ich heute stattdessen Raufasertapete an die Wand gehängt. Oh, ich mach das wirklich gerne. Einen Erfolg meiner Arbeit sah ich ja auch: Sie bleibt noch immer an der Stelle hängen, an die ich sie klebte, die Tapete.

Dafür ist heute bei mir Feierabend. Gute Nacht.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 03.10.2017 waren die geschaffte Arbeit, leckeres Essen, Dr. Who am Abend.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sieben der Kelche.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Groß und heimlich (2017: 275)

Oder heimlich und groß?

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Die heimlichen, aber großen … Nein. Die großen, aber heimlichen Wünsche werden nicht weniger. Klar, der älter werdende Mensch hat irgendwann andere als der jugendliche. Und ab und an erfüllt sich – unerwartet – auch der eine oder andere davon. Doch die heimlichen, großen Wünsche werden nicht weniger; ich glaube, jede und jeder hat davon drei.

Ich bin jetzt gerade dabei, einen von meinen Dreien völlig unerwartet und überraschend erfüllt zu bekommen und stelle dafür einen neuen dritten Wunsch (gut, neu ist er nicht, nur spielte er bisher eine nur untergeordnete Rolle) zu den verbliebenen zwei. Und wieder sind es drei heimliche und große Wünsche, die nicht mit Geld erfüllt werden können.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 02.10.2017 waren geschaffte Arbeit, Gedankenaustausch, ein erfüllter Wunsch.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Neun der Kelche.

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Fast automatisch (2017: 274)

Erscheinende Texte.

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Es ist ein mir unerklärliches Phänomen. Zumindest rational nicht erklärbar.

Manchmal ist einfach ein Stück Text da. Das ging mir schon oft so: bei Peterchen, beim Waldschrat, beim Patienten, bei Tante Erdmute und jetzt auch bei diesem tasche­packenden Mann. Da schrieben sich die Worte aufs Papier, es war fast eine Art Écriture automatique, automatisches Schreiben. Woher? Ich weiß es nicht. Ich schreibe solche Episoden am Stück herunter, da war nichts nachzudenken, nichts zu korrigieren, auszuformulieren, in den Zeiten anzupassen. Da stand nach kurzer Zeit ein fertiger Text auf dem Papier, den ich für den Blog nur abzutippen brauchte.

Und deswegen habe ich noch keine Ahnung, nichteinmal die leiseste Vermutung, was hinter dem Tun dieses Mannes, was hinter seinen Reisevorbereitungen steckt. Es ist meine Aufgabe bzw. die Aufgabe meines Un- und Unterbewußten, die weiterführende Geschichte dazu herauszufinden. Im Moment vermute ich zwar, daß er irgendwie ins Erdmuteversum gehört, aber ich fand noch keine passende Stelle für ihn. Jedenfalls bleibt er zunächst in diese Materialsammlung eingeordnet.

 

Aber: Ich mache mir nur wenige Gedanken darüber. Die Texte sind da, egal woher sie kommen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 01.10.2017 waren der Mittagsschlaf, der Mittagsschlaf und der Mittagsschlaf.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sieben der Stäbe.

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Im Wald (2017: 273)

Nur kurz.

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Noch immer schimmert
Licht zwischen Blättern hindurch
Doch die Kühle bleibt

Ein Senryū.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 30.09.2017 waren Berührung, Verführung, Musik.
 
Die Tageskarte für morgen ist das As der Stäbe.

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Reisevorbereitung (2017: 272)

Aus dem Leben eines Privatiers.

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Er weiß nicht mehr, wann er damit angefangen hat. Doch es ist sein allabendliches Ritual. Jeden Abend dieser Ablauf, dieses Ritual: Ausziehen, im Bad die Abendtoilette erledigen, den Schlafanzug anziehen. Und dann …

Auf dem Stuhl gegenüber seines Platzes am Eßtisch, auf dem Stuhl, der früher, viel früher der Platz seiner großen Liebe war, auf dem für ein paar Monate seine Frau, sein ihm angetrautes Weib saß, steht eine große, braune Ledertasche mit Schulterriemen. Jeden Abend füllt er sie mit dem Wichtigsten, was er auf einer Reise, einer Reise ohne Wieder­kehr, wie sein Weib sie angetreten hatte, unbedingt zu benö­tigen vermutet. Seinen Paß steckt er hinein und eine Summe Bargeld, die er immer im Hause hat. Das Familienstammbuch bleibt sowieso immer in der Tasche, ebenso wie die wichtigen Versicherungsunterlagen und der notariell beglaubigte Kaufvertrag für das Häuschen, zwei saubere Taschentücher, ein Kopierstift, ein Kamm. Jeden Abend gibt er zwei Halbliterflaschen Wasser und ein Pfund Brot in diese Tasche. Er achtet sorgsam darauf, daß die Taschenlampe nicht unter dem Proviant verschwindet oder gar eingeschaltet ihr Licht über Nacht verschwendet. Streichhölzer, Tabak und Zigarettenpapier sind auch in der Tasche, obwohl er nicht raucht. Und jeden Abend steckt er seine Zahnbürste in eine der kleinen Innentaschen.

Ehe er wirklich schlafen geht, liest er noch in einem alten Buch, nein, in einer Kladde, die er vorsichtig aus der Tasche nimmt und die er nach nur einer Seite wieder sorgfältig in der Tasche verstaut. Dabei geht er sowohl zum Holen als auch zum Einpacken jeweils eine Runde gegen den Uhrzeigersinn um den Tisch. Ehe er im Schlafzimmer das Licht ausschaltet, überzeugt er sich davon, daß auf dem Nachtschrank die Kerze steht und die Streichhölzer bereitliegen.

 

Jeden Abend dieses Ritual, jeden Abend diese Vorbereitungen auf eine Reise ohne Wiederkehr. Und jede Nacht um 3.47 Uhr schreckt er hoch aus dem Schlaf und hört wieder die Wohnungstür splittern …

 

 

Ich habe das unbestimmte Gefühl, daß er in den Dunstkreis von Tante Erdmute gehört …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 29.09.2017 waren ein erledigter Termin, erledigte Hausarbeit, abgeschlossene Vorbereitungen.
 
Die Tageskarte für morgen ist das As der Stäbe.

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Neue Straßenkunst (2017: 271)

Ich sah sowas noch nie.

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Auf dem Weg zum Sender sah ich heute ihn:

 

Eine neue Streetart-Form

Eine neue Streetart-Form
Auf einer steinernen Sitzbank am Audimax der Martin-Luther-Universtität zu Halle (Saale) wurde aus Streusplitt-Kieseln ein Sandmännchen “gerieselt” (oder gelegt). Zipfelmütze oben auf dem übergroßen Kopf, links an der Figur glaube ich den Sandsack zu erkennen. Die Arme hat er weit ausgebreitet, die Beine und Füße sind etwas undeutlich.
 
Es könnte auch eines der Teletubbies sein …

 

Ich hoffe, die Bildbeschreibung ist aussagekräftig genug.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 28.09.2017 waren ein Bericht, zwei fertige Sendungen, Zuspruch.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Bube der Stäbe.

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Der Liebesbeweis (2017: 270)

Alle Bedürfnisse …

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Heute Abend sitzt er allein zuhause. Er langweilt sich vor dem Fernsehgerät und ist doch nervös, angespannt, fast ängstlich vor Sorge um ihr Wohlergehen. Denn sie ist nicht zuhause. Sie ist unterwegs. Sie, die, die er wirklich bedingungslos liebt – obwohl … Eine Bedingung bleibt dann doch, eher ein Wunsch, eine Hoffnung: daß sie bei ihm bleibt.

Sie ist unterwegs. Nicht für Geld, nicht mit ihren Freundinnen, nicht in der Oper. Sie trifft sich mit einem Mann, den er nicht kennt. Aber ihren Worten nach kann ihr jener geben, wozu er nicht in der Lage ist. Und tatsächlich weiß er um seine Unzulänglichkeiten und gönnt ihr das Vergnügen mit jenem anderen Mann. Jedes Vergnügen. Und weil er sie über alles liebt, stellt er keine Fragen, spioniert er nicht hinterher, will er keine Einzelheiten wissen. Sein Liebesbeweis an sie ist ihre Freiheit, das zu tun, was sie zufrieden macht. Ihr Liebesbeweis ist jedesmal ein kleines Video oder ein paar Bilder für ihn.

Ach ja, er überlegte schon oft, ob es ihm gefallen würde, wenn er direkt dabeisein könnte. Doch nein, er fragt nicht danach, er fordert es nicht ein, bettelt nicht darum. Soll sie ruhig ihr Vergnügen haben mit diesem Anderen. Soll sie ruhig stundenlang in seinen Armen liegen. Er weiß, es geht ihr dort gut, sie braucht das, und sie liebt ihn ebenso sehr wie er sie. Und er gönnt ihr die Nächte. Sein Rhythmusgefühl ist einfach nicht mehr vorhanden, seit er im Rollstuhl sitzt, mag er weder Merengue noch Tango mit ihr tanzen außerhalb der Wohnung – er hat es einmal versucht und fühlte sich unwohl, schief angestarrt. Und seitdem hat sie an jedem Mittwoch Abend dieses Treffen mit dem Anderen. Den Bildern und Videos nach sind sie ein begnadetes Tanzpaar, besser als sie und er selbst jemals hätten werden können.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 27.09.2017 waren ausschlafen, Deine Stimme, ein unerwartetes Kompliment.
 
Die Tageskarte für morgen ist Das As der Kelche.

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Einschlaftext (2017: 269)

Beinahe Wirklichkeit geworden.

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Wenn nur diese Müdigkeit nicht wäre. Dann könnte ich den Abwasch erledigen, das Bad grundreinigen, den Spiegel putzen. Ich würde nicht nur herumsitzen und auf irgendetwas warten. Jetzt gerade, jetzt warte ich auf nichts und erwarte trotzdem, daß mir jeden Moment die Augen zufallen, daß ich jeden Moment einschlafen werde. Vorhin hatte ich versucht, eine kurze Zeit zu schlafen, ein “Nickerchen” zu machen. Ich war auch auch da schon müde – doch an Schlaf war einfach überhaupt nicht zu denken.

Also sitze ich vorm Comuter, der Kopf schwer, die Augen immer wieder zufallend. Immer näher kommt die Tastatur, immer näh
bnmmmmmmmmmmbnmmmnbbbbbbbbbbmnbmbmmn mnbmnbnmmnmnmnbmnb …

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 26.09.2017 waren eine neue Rolle im Sender, gelungenes mobiles Radio, ein neues Buch.
 
Die Tageskarte für morgen ist XVI – Der Turm.

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Ein trauriger Apfelbaum (2017: 268)

Aber ich weiß ja nicht, ob Bäume traurig sein können.

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Ich kenne wirklich einen sehr traurigen Apfelbaum. Der steht nicht weit weg von meinem Haus. Doch niemand pflückt die vielen Äpfel, die er trägt. Späte Äpfel, lange lagerfähig. Ich allerdings hole mir immer ein paar von ihnen, von den blaßrotbäckigen Äpfeln vom traurigen Apfelbaum. Wenn sie richtig reif sind, dann sind sie nicht mehr sauer, dennoch nicht süß, und wirklich sehr apfelig im Geschmack. Aber weil niemand seine Früchte haben möchte, glaube ich, daß der Baum traurig sein muß. Selbst wenn ich mir zwanzig oder dreißig Äpfel hole vom traurigen Apfelbaum, der auch dieses Jahr viele Früchte trägt, dann ist das nichts. All die anderen Äpfel bleiben am Baum, fallen herunter, verfaulen am Boden. Niemand außer zwei oder drei sonderbaren Leuten wie mir holen sich diese Vitaminbomben. Denn so ganz gesund sind die sicher nicht. Steht der traurige Apfelbaum doch nur knapp neben einer vielbefahrenen Kreuzung und bekommt täglich Unmengen von Abgasen ab.

Dieser traurige Apfelbaum hat und gehört zur Geschichte. Als der Baum gepflanzt wurde, damals, als dieser Teil von Halle-Neustadt erbaut wurde, ich glaube, es war 1974, gab es kaum Verkehr. Busse, ja, Busse fuhren; aber es gab kaum PKWs. Die Planer der Chemiearbeiterstadt achteten sehr auf ein grünes, artenreiches Wohnumfeld, daher stehen hier überall viele, teilweise nicht-einheimische Bäume (Platanen z. B.). Und eben auch viele Obstbäume, besonders viele Apfelbäume. Daran wachsen nicht die geschmacklich verbesserten, steril-runden Supermarktwaren, sondern wohlschmeckende, lagerfähige Äpfel. Doch heutzutage wird vom Genuß dieser abgeraten. Na und? Ein paar davon esse ich jedes Jahr. Heute hatte ich mir den ersten mitgenommen, ihn sehr sorgfältig und lange gewaschen, ehe ich ihn aß, morgen hole ich mir ein paar mehr. Und dann mache ich auch ein paar Bilder, die ich herzeigen kann.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 25.09.2017 waren eine ungeplante Schicht, leckere Bratwurst, ein leckerer Apfel.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Schwerter.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Ein Satz, an dem Merkel gemessen werden muß (2017: 267)

Nicht nur sie, sondern auch die Misere und Dob-Rind und und und …

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Als ich am Abend vom Bus zur Haustür ging, bemerkte ich in den Augenwinkeln zu meinen Füßen eine Bewegung. Was genau da unterwegs war konnte ich zunächst nicht erkennen. Und als ich dann meine Handykamera bereitgemacht hatte, war da ein Frosch oder eine Kröte (?). Von dem Tier konnte ich kein vernünftiges Bild machen, ehe es sich aus der Welt in die Kanalisation (meines Wissens ein Grundwasser-Überlaufkanal, in den die Straßengullys münden) zurückzog.

Ganz ehrlich? Hier in der Stadt ist hinter der CDU und der Linken die Partei der NeuNationalsozialisten drittstärkste Partei geworden. Ich würde mich gerade auch gerne aus dieser beschissenen BRD zurückziehen. Warum der Osten so anders gewählt hat? Weil die Politiker, diese Regierung der Großen Koalition gelebt und gehandelt hat wie das Poltbüro des Zentralkomittees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands: in Wandlitz-Manier: Abgehoben, fern von der Realität der Bürger dieses Landes.

Angeblich soll das Merkel geschwurbelt haben von “der guten Arbeit der Große Koalition”; und ich frage mich, für wen diese Arbeit eine gute Arbeit war. Nicht für die Bürger dieses Landes und für die Menschen in diesem Land, nicht für die übergroße Mehrheit derer. Hier unten kam von dem, was Daoben “gearbeitet” wurde, immer nur das an, was mich benachteiligter, unsicherer, materiell und kulturell und sozial ärmer machte. Und überwachter, also unfreier.

Gute Arbeit einer Regierung muß sich an dem Satz messen lassen, den eine Bundeskanzlerin oder ein Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland als Amtseid leiten muß gemäß Artikel 64 GG, nämlich den in Artikel 56 GG für den Bundespräsidenten festgelegten:

Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.

Da steht nichts von “die Überwachung der Bürger über alle Maßen hinaus ausweiten” oder “das Grundgesetz an die Erfordernisse des Kapitals anpassen” oder gar “für Erwerbslose, Kranke oder sonstwie für den Markt nicht hinreichend geeignete Menschen die Menschen- und Bürgerrechte nach Belieben einschränken”. Doch gefühlt ist all das in den letzten drei Legislaturperioden geschehen, immer und immer wieder.

Und mit den NeuNazis und dem Neu-Goebbels Gaul… im Parlament wird das nicht besser werden.

 

Genug gemeckert. Es muß weitergehen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 24.0.2017 waren ruhige Arbeit im Sender, ein Versprechen, detailliertere Planung.
 
Die Tageskarte für morgen ist IX – Der Eremit.

© 2017 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Im Fluß (2017: 266)

(Perspektivwechsel)

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Das Wasser umspielt einen großen kantigen Stein am Ufer, wechselt rasch die Richtung und verleiht der Wasseroberfläche eine ungewöhnliche Form, eine neue Struktur. Er steht einige Meter davon entfernt und blickt auf das fließende Gewässer, das längst kein Bach mehr ist, aber auch noch nicht als Fluß bezeichnet werden könnte. Er ist immer wieder erstaunt, wie viel Wasser durch Bäche und Flüsse fließt und wie wenig er davon tatsächlich zu Gesicht bekommt. Er sieht stets nur einen Bruchteil und vermag die wahrhaftigen Dimensionen kaum einzuschätzen. Er weiß, wo der Bach seinen Anfang nahm, doch er hat kein Bild davon in seinem Kopf. Er weiß, wo der Fluß seine Wassermassen ins weite Meer entläßt, doch er war noch nie dort.

Er denkt an jene Stelle am Bach, an welcher ein alter Baum über das Wasser ragt. Dort war er hineingesprungen, obwohl es längst nicht tief genug war. Er denkt an die Hütte an der Bachkrümmung; einst fand dort ein Fest statt, und er war so betrunken, dass er sich zweimal hatte übergeben müssen, hinein ins nächtliche Wasser. Er denkt an die Stelle am Ufer, an der er zum ersten Mal Sex mit einer Frau hatte, dann an jene Stelle, an der er zum ersten Mal Sex mit einem Mann hatte, und dann überlegt er, welcher der beiden Momente ihm wichtiger war und ist. Er denkt an das Plätschern des Baches an jenem Tag, an dem sein Freund starb. Er denkt daran, wie das Wasser scheinbar langsamer fließt, je breiter ein Fluß wird. Er fragt sich, ob er möglicherweise vollkommen zum Stillstand kommen könnte, bevor er das Meer erreicht.

Irgendwann sieht er sich aufmerksam um, atmet ein, atmet aus. Dann zieht er sich aus, legt seine Kleider auf einen Stein am Ufer und geht vorsichtig ins Wasser, nackt und ein wenig zitternd. Es ist kalt, das Wasser, eisig kalt, doch er läßt sich nicht beirren. Etwa in der Mitte kniet er sich hin, dann setzt er sich auf den steinigen Grund. Das Wasser reicht ihm bis zu den Schultern. Er läßt seinen Blick wandern, läßt ihn über die kleinen Wellen stolpern und immer wieder hinauf zu den Baumspitzen klettern.

Schließlich, als sein Körper sich längst an das Frieren gewöhnt hat, steht er auf, watet zum Ufer, steigt aus dem Wasser und läßt seine Haut im Wind trocknen. Er reibt die Hände über die Oberarme, zieht sich wieder an und bleibt noch einige Momente an jener Stelle stehen. Das Verharren, es klappt nur vorübergehend. Er wirft einen letzten Blick auf den kantigen Stein am Ufer und geht dann weiter, immer weiter, hin zum Fluß, hin zum Meer.

 

 

Dieser Text ist … Er ist tatsächlich ein Experiment. Denn jemand anderes schrieb das Original, in dem eine weibliche Person handelt. Ich versuchte, mir den Text mit einem männlichen Protagonisten vorzustellen; und diese Vorstellung fand ich weniger anziehend, weniger interessant als die weibliche Variante. Ich wollte den Unterschied vor Augen sehen!
Ich danke Disputnik für die freundliche Erlaubnis, seinen Text Im Fluss hier abgewandelt veröffentlichen zu dürfen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 23.09.2017 waren viel geschaffte Musik, die Umschreibung, Wiedersehen mit lieben Menschen.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Bube der Münzen.

Originaltext am 22.09.2017 von Disputnik veröffentlicht. Mit freundlicher Genehmigung abgewandelt.

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Einzelne Tage (2017: 265)

Aneinandergereiht.

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Ich sollte mich an etwa 50 Jahre meines Lebens erinnern können in meinem jetzigen Alter, aber wenn ich es versuche, so finde ich nur ein paar wenige Tage in meinem Gedächtnis; und doch weiß ich, daß ich jeden einzelnen Tag erlebte.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 22.09.2017 waren viele gesicherte Daten, erhaltene Hilfe, sehr schöne Bilder.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der stäbe.

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Staubgrauorange (2017: 264)

Seltsam gefärbtes Licht.

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Das sind alles Bäume, die ich nicht kenne. Sträucher und Kräuter, die ich noch nie sah. Auf dem Boden liegen grüne Blätter, deren Form mir vollkommen unbekannt ist. Das Licht ist merkwürdig grau, nein, orangegrau; wäre die Luft nicht so klar und würzig, so nach Wald und Pilzen und Harz duftend, würde ich sagen: Das Licht ist von einem mit einer dicken Staubschicht überzogenem Orange. Und es ist geräusch­los still. Auch meinen eigenen Atem kann ich nicht hören, als würde die Staubschicht auch alle Töne dämpfen, auslöschen. Doch, Wald würde ich das schon nennen, was hier ringsum existiert, falls es tatsächlich existiert und nicht nur Kulisse eines Traumes ist.

Gut. Ein mir unbekannter Wald, noch nie gesehen, nie erlebt. Und ich stehe mittendrin. Ich weiß, daß die Wege aus ihm hinaus nach allen Richtungen gleich weit sind, daß ich, ganz gleich, wohin ich mich wende, mehrere Tage zu Fuß gehen muß, ehe ich den Waldrand erreiche. Aber ich habe keine Ahnung, woher dieses Wissen stammt. Anscheinend habe ich in minem Kopf, in dem Teil, den ich nicht willentlich erreichen kann, eine, nein, hunderte von Luftaufnahmen des Gebietes, die mir einen unbewußten, aber deutlichen Überblick über sie räumliche Situation verschaffen. Allerdings sind auch diese Bilder gefühlt mit diesem staubigen Orange berzogen, das befürchte ich.

Mir kommt es vor, als wäre ich außer den Pflanzen das einzig Lebendige hier. Genau das ist es, was mich zu der Überzeugung kommen läßt, daß das, was ich um mich herum wahrnehme, ein Traum sein muß, ein Traum ist.

Ich werde wach. Die aufgehende Sonne versucht, durch meine staubigen Fenster zu scheinen …

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 21.09.2017 waren das frühe Aufstehen, ein Lobpudelfleischwolf, Makkaroni mit DDR-Tomatensoße.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Bube der Kelche.

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Papier und Gedächtnis (2017: 263)

Zwei Bestandteile des Weges in eine Art Unabhängigkeit.

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Heute schaffe ich die Bearbeitung der Rose ganz sicher nicht mehr. (Heilige Schei…benpolitur! Grad mußte ich in einen alten Duden schauen, um mir über die Getrennt- oder Zusammenschreibung von “nicht mehr” Gewißheit zu verschaffen. Ich fluche seit 1995 über die Schlechtschreibreform …) Vorgenommen hatte ich es mir, allein, es kamen viele Dinge dazwischen, ich hatte genug anderes zu tun. Wahrscheinlich hebe ich mir diese Rose für einen angenehmen Winterabend auf, habe mir das sogar im Kalender vorgemerkt.

Damit bin ich beim eigentlichen Thema, meinem Kalender, genauer: Terminkalender. korganizer leistet mir treue Dienste, synchronisiert über einen Online-Dienst alle meine Geräte. Das klappt, das ist toll, das gefällt mir außerordentlich gut. Aber das geht alles nicht ohne Strom! Und deswegen schleppe ich seit Jahren (zumeist) einen Papierkalender mit mir herum (ja, von einer bestimmten Marke, die auch immer teurer wird; einen vernünftigen Ersatz mit ähnlicher Haptik und ähnlicher Gestaltung ist nicht zu finden). Manchmal schaffe ich es sogar, meine Termine da zu notieren, allerdings viel zu selten. Weil ich mir den Kalender nicht auf meinen Arbeitsplatz lege, sondern ihn abends oder wann immer ich auch heimkomme regelmäßig in der Tasche oder dem Rucksack stecken­lasse. Und dann zu faul bin, ihn später herauszukramen. Die Termine stehen ja in den Rechnern und im Telefon, das reicht ja.

Zumindest, solange es Strom gibt. Ich weiß noch, wie es sich in einer Wohnung ohne Strom lebt. Und von daher weiß ich auch noch, wie wichtig Notizen, Termine, Telefon­nummern auf Papier sind. Ich bin nun am Herumdenken, wie ich mich dazu überreden kann, das ab dem 1. Oktober 2017 wieder zur Normalität machen kann, daß solche Dinge eben zuerst auf Papier notiert werden und ich sie erst danach im Kalenderprogramm eintrage. Muß ich – und darüber denke ich ernsthaft nach – jeden Abend meine Kalen­der­seite fotografieren und hier im Blog veröffentlichen? — Zunächst habe ich mir ab morgen täglich 20 Minuten im elektronischen und im Papierkalender reserviert für den Daten­abgleich zwischen Elektronik und Papier. Je eine der Citypostkarten liegt mit der fetten Aufschrift Kalender? an meinen relevanten Arbeitsplätzen. Ich hoffe, daß das ausreichend “Motivation” ist, um eine Routine zu entwickeln.

Natürlich, manche und mancher wird bestreiten, mindestens aber bezweifeln, daß der Strom so bald und dann auch noch so lange ausfallen wird. Mag sein. Und doch fühle ich mich wesentlich sicherer, wenn ich wieder immer und überall und unabhängig von Strom und Telefonnetz über meine wichtigsten Daten verfügen kann. Erinnert ihr euch noch daran, wie viele Telefonnummern wir früher auswendig kannten und wieviele Geburts­tage? Wo ist das Wissen, wo die Merkfähigkeit geblieben? Ist es vielleicht doch die mangelnde Übung, die diese Fähigkeiten verkümmern ließ? Ist es überhaupt wichtig, daß ich mir Telefonnummern und Geburtstage in meinem Gedächtnis abrufbar bewahren kann?

Ja, mir ist es wichtig, ich halte es für eine Notwendigkeit und eine gute Übung. Zuerst wird wieder alles aufs Papier wandern. Und irgendwann, irgendwann merke ich mir solche Dinge auch wieder, beinahe automatisch. Denn was Menschen sich mit der Hand notieren, sollen sie sich ja der herrschenden Meinung nach leichter und besser merken können.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 20.09.2017 waren überstandene “Kataströphchen”, 16 GB fertige und reintegrierte Musik, eine gute Nachricht zu einem Plan.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Stäbe.

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Eine Rose (2017: 262)

Drei Bearbeitungsschritte eines Bildes.

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Auf dem Weg ins Radio sah ich diese eine duftende Rose. Und ich hatte heute meine besondere Kamera mit, die Sigma DP2. Ja, etwas Besonderes, gewöhungsbedürftig (u. a. auch, weil sie keine Zoom hat), aber … Seht selbst (Orginalgröße nach Anklicken 800×1200 Pixel):

 

Eine blaßrosa Rosenblüte, am Stengel auch noch mehrere geschlossene Knospen (Aufnahme im Rohdatenzustand)

Aufnahme im Rohdatenzustand
Eine blaßrosa Rosenblüte, am Stengel auch noch mehrere geschlossene Knospen. Sehr blaß, fast grau.

 

Eine blaßrosa Rosenblüte, am Stengel auch noch mehrere geschlossene Knospen (mit den Parametern der Aufnahme)

Rose mit den Parametern der Aufnahme
Dieselbe blaßrosa Rosenblüte, am Stengel auch noch mehrere geschlossene Knospen. Es ist schon farbiger,
weil ich die Parameter der Aufnahme anwenden ließ.

 

Die blaßrosa Rosenblüte, am Stengel mehrere geschlossene Knospen (final bearbeitet)

Rose final bearbeitet
Wieder die Rose, die übrigens sehr angenehm duftete. Kontrast und Belichtung sowie Spitzlicher und Umgebungslicht jeweils etwas angehoben (früher in der Dunkelkammer, heute in der Software). Jetzt sind auch die Blätter richtig grün, die Farbe der Blüte entspricht meinem tatsächlichen Seheindruck.

 

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose … Noch dazu wenn sie duftet wie diese.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 19.09.2017 waren ein paar gute Bilder, ein gekauftes Buch (Clemens J.Setz: Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes), leckeres Abendessen.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Fünf der Münzen.

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